
Dark Times
Innovatives Kino kurz, AT 2025, DCP, 10 min, d/eOFSammelprogramm: Innovatives Kino Programm 5
Zwischen Bergwerk, Ritual, Shakespeare und Fotolabor entfaltet sich ein vielschichtiges Geflecht aus Arbeit, Macht und Darstellung. Lisl Ponger fragt danach, wie Geschichte sichtbar wird – und was unsichtbar bleibt, wenn Bilder nicht die Wahrheit abbilden, sondern sie formen.
Ausbeutung findet oft im Verborgenen statt, hinterlässt aber Spuren. Machtstrukturen der Vergangenheit sind in der Gegenwart nicht stumm, sondern treten in neuen Formen auf. In der Dunkelheit eines bolivianischen Bergwerks wirkt ein System fort, das globale Ungleichheit organisiert. Das Ritual der Minenarbeiter ist kein Relikt, sondern Ausdruck existenzieller Gegenwart. Rückständig ist jedoch nicht das Ritual an sich, sondern die Wahrnehmung, die strukturelle Gewalt verdrängt.
Lisl Ponger verschränkt diese Ebene mit Shakespeares Richard III. – einer Figur, die Macht als performativen Akt begreift. Im Fotolabor verdichten sich die Linien: Aus dem Silber der Mine entstehen Bilder, Geschichte wird sichtbar gemacht – und zugleich geformt. Wahrheit erscheint hier nicht als Fundstück, sondern als Prozess. (Carl Christian Jamka)
Buch: Lisl Ponger
Darsteller:innen: Rilo Ascue, Nikolaus Barton, Julian Sharp
Kamera: Katharina Wolf
Schnitt: Lisl Ponger
Sounddesign: Tim Sharp, Lisl Ponger
Kostüm: Gudrun Lenk-Wane
Produktion: Lisl Ponger
Uraufführung: Diagonale '26
Produktionsformat: digital






