Diagonale
Festival des österreichischen Films
24.–29. März 2020, Graz

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How to Disappear
Dokumentarfilm kurz, AT 2020, Farbe, 21 min., eOmdU
Diagonale 2020

Regie: Robin Klengel, Leonhard Müllner, Michael Stumpf
Buch: Total Refusal (Robin Klengel, Leonhard Müllner, Michael Stumpf)
Darsteller/innen: Franz-Josef, Windisch-Graetz, Dmitry Gamolin
Kamera: Michael Stumpf
Schnitt: Leonhard Müllner
Musik: Adina Camhy
Sounddesign: Bernhard Zorzi/Blautöne
Weitere Credits: Text: Robin Klengel, Michael Stumpf
Produktionsdesign: DICE
Produzent/innen: Total Refusal
Produktion: Total Refusal

 

Diagonale’20 – Die Unvollendete. Die Diagonale’20 wurde aufgrund der behördlichen Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 abgesagt.

Was ist ein Deserteur? Im Taktik-Shooter „Battlefield V“, der hier zur Folie jener Frage wird, ist die Antwort klar – es handelt sich um jemanden, der Spielgrenzen verlässt und somit sein Recht auf Teilhabe verwirkt. Er wird vernichtet. Die ambivalente wie komplexe Rolle des Fahnenflüchtigen untersucht dieses Antikriegsessay anhand einer originären Friedensperformance.

Geschunden schauen die Gesichter der Soldaten, hinter denen sich in Wirklichkeit Spieler/innen in Wohnzimmern oder an sonstigen Orten des Gamings verbergen. Der Taktik-Shooter „Battlefield V“ wird in How to Disappear von Robin Klengel, Leonhard Müllner und Michael Stumpf zur Folie erklärt, anhand derer politische, soziale und philosophische Fragen zur Fahnenflucht aufgeworfen werden. Was geschieht im Spiel, wenn sich ein Soldat zu weit vom Kampfplatz entfernt? Zunächst verliert die künstliche Welt all ihre Farben. Dann markiert eine höhere Macht in Form einer Software den Soldaten mit dem Wort „deserting“ – und vernichtet ihn: „Desertion can not be played.“ Damit entledigen sich „Battlefield V“ und ähnliche Games der ambivalenten Figur des Deserteurs mitsamt ihren Rollen, die das filmische Essay umso schärfer herausarbeitet. Ein Antikriegsfilm im wahrsten Sinne des Wortes.
(Katalogtext, cw)