Diagonale
Festival des österreichischen Films
16.–21. März 2021, Graz

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Thorax
Innovatives Kino kurz, AT 2019, Farbe, 8 min., kein Dialog
Diagonale 2020

Regie: Siegfried A. Fruhauf
Buch: Konzept & Realisation: Siegfried A. Fruhauf
Sounddesign: Anna Katharina Laggner, Jürgen Gruber, Siegfried A. Fruhauf
Produzent/innen: Siegfried A. Fruhauf

 

Diagonale’20 – Die Unvollendete. Die Diagonale’20 wurde aufgrund der behördlichen Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 abgesagt.

Ein Projektor? Leuchtröhren? Vielmehr eine Fruhauf’sche „Menschmaschine“. Eine Als-ob-Kamerafahrt ins Innere eines posthumanoiden Körpers. In einen abstrakten Raum, der sich zu konkretisieren scheint, um wieder in Schlieren und Flächen aufgelöst zu werden. Ein filmisches Wurmloch ins Dahinter der Bilder, wo das menschliche Auge dem Trickspiel der Lichtanordnungen unterliegt.

Klirren, Lichtbrechungen in diamantener Struktur. Ein Projektor? Leuchtröhren? Vielmehr eine „Menschmaschine“, die Siegfried A. Fruhauf mit feiner chirurgischer Klinge seziert. So führt die Als-ob-Kamerafahrt ins Innere eines blutleeren, posthumanoiden Körpers. Analog zu Marcel Duchamps Anémic Cinéma (1926), das der Arbeit als Impuls dient, bleibt der Blick aufs Organische weitgehend verwehrt. Und doch scheint sich im stroboskopischen Flackern eine Art immaterieller Torso zurück auf die Leinwand zu kämpfen. Tief drinnen schlägt gar das Herz einer Kinomaschine, die an jene Cern’schen Tunnelgewölbe erinnert, in denen Lichtteilchen beschleunigt aufeinandertreffen, um die Strukturen von Raum und Zeit zu ergründen – Strukturen, denen Fruhauf seit jeher nachspürt. Ein filmisches Wurmloch, das ins Dahinter der Bilder führt, wo das träge menschliche Auge dem Trickspiel der Lichtanordnungen unterliegt/unterliegen muss.
(Sebastian Höglinger)