Diagonale
Festival des österreichischen Films
24.–29. März 2020, Graz

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Die Industrie entlässt ihre Kinder
Spielfilm kurz, AT 1976, Farbe, 23 min., dOF
Diagonale 2019

Regie: Claus Homschak
Buch: Reinhard P. Gruber
Darsteller/innen: Hanno Pöschl, Bernd jeschek, Franz Buchrieser
Kamera: Laszlo Nemeth
Schnitt: Charlotte Müllner
Originalton: Ekkehard Baumung, Karl Schlifelner
Produktion: ORF, epo-film Graz

 

Hans, gespielt vom jungen Pöschl, kehrt ins steirische Kapfenberg zurück, wo er eine neue Stelle als Betriebsassistent der heimischen Stahlwerke antritt. Der junge Mann, der einige Jahre in Wien studiert hat, wird nicht von allen mit Wohlwollen aufgenommen: In der Firma steht er in der Hierarchie nun über seinen Freunden von damals, die alle Arbeiter sind. Überhaupt führen die einstigen Kumpel ein ganz anderes Leben, als er es sich erträumt. Sein bester Freund zum Beispiel spielt jeden Abend Karten im Wirtshaus, denkt nicht daran, bei seinen Eltern auszuziehen, und steckt all sein Geld in seine Motocross- Ausrüstung. Als Hans diesem seine Freundin Anni ausspannt und sie zum Weekend in Venedig einlädt, zieht er den Zorn der alten Clique auf sich. Im Betrieb verweigern sich alle den Anweisungen des aufstrebenden Betriebsassistenten und bringen ihn vor der Geschäftsführung in eine missliche Lage. Homschaks Kurzfilm illustriert die Perspektivlosigkeit junger, gut ausgebildeter Leute in ländlichen Gebieten. Gleichzeitig wird die Kritik an einem heimattümelnden, rückständigen Steiermarkbild deutlich, in dem dickköpfig und stur lieber Traditionen befolgt werden, anstatt neuen Denkweisen mit Offenheit zu begegnen. Es ist der Auftakt von Pöschls Karriere als bekannter Fernsehschauspieler.
(Katalogtext, ast)