Diagonale
Festival des österreichischen Films
5.–10. April 2022, Graz

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Beautiful Girl
Spielfilm, AT 2015, Farbe, 94 min., OmeU
Diagonale 2016

Regie: Dominik Hartl
Buch: Dominik Hartl, Agnes Pluch
Darsteller*innen: Jana McKinnon, Marlon Boess, Giacomo Pilotti, Lilian Klebow, Hary Prinz, Dany Sigel, Moritz Uhl, Nathalie Ann-Köbli, Christian Tramitz, Marie Friesz, Dominik Warta, Susi Stach, Bernhard Grimm, Johanna Egger, Christian Dungl, Pamina Grünsteidl, Fanny Stavjanik, Maddalena Hirschal, Thomas Wolkerstorfer
Kamera: Xiaosu Han, Andreas Thalhammer
Schnitt: Ingrid Koller, Christoph Loidl
Originalton: Thomas Szabolcs
Musik: Matthias Weber, Paul Gallister, Max Borchardt
Sounddesign: Thomas Szabolcs
Szenenbild: Maria Gruber
Kostüm: Monika Buttinger
Produzent*innen: Helmut Grasser, Constanze Schuhmann
Produktion: Allegro FilmproduktionsGmbH

 

Dass sich ihre Eltern trennen, trifft Charlotte härter als erwartet. Mit der Scheidung geht ein Umzug einher, und die 16-Jährige muss in eine neue Schule wechseln. Dort freundet sie sich mit zwei Jungs an, Sulzer und Carlo, die bereits beste Freunde sind. Zusammen verbringen die drei einen großartigen Sommer – aber zwischen Veränderungen, Loyalität und Selbstfindung werden ihre jungen Lebensentwürfe bereits auf eine Probe gestellt.

„Beautiful“, sprich wunderschön, ist eine Zuschreibung, in die man erst hineinwachsen muss. Mit sich selbst ins Reine kommen – etwas, was man eventuell ein Leben lang nicht schafft – und Erfahrungen sammeln, um Vergleichsmöglichkeiten zu haben: ein Prozess, den man Erwachsenwerden nennt, und einer, der bei Charlotte gerade erst begonnen hat. Dominik Hartls erster Langspielfilm basiert lose auf dem Jugendroman „Charlottes Traum“ von Gabi Kreslehner und verortet Charlottes Neuorientierung zwischen Mutter und Vater und in einer neuen Umgebung atmosphärisch dicht in emotiven Settings. Aus dem heimeligen, idyllisch gelegenen Haus ihrer Kindheit kommt Charlotte in eine auf den ersten Blick trostlose Gegend, geprägt von altbackenen Wohnsiedlungen einer mittelgroßen österreichischen Industriestadt. Lange Kamerafahrten und ein (teilweise diegetisch) pointiert eingesetzter Soundtrack (der Steaming Satellites) tragen diese fein tarierte Erzählung, die authentisch-unaufgeregt über ein Außenseiter/innendasein und den Mut zur Auflehnung spricht.
(Katalogtext, az)

beautifulgirl.at, lunafilm.at

Einen Coming-of-Age-Film zu machen bedeutet für mich in erster Linie, dass man tief eintaucht in die ganzen Unsicherheiten, Entblößungen und Seltsamkeiten, die einem/einer selbst in dieser Zeit widerfahren sind – und davon gab es wohl oder übel einige. Es ist aber auch eine Zeit, in der noch so vieles neu und unerreichbar scheint. Die Dorfdisko, auf die man lächelnd zurückblickt, war damals ein verruchter und spannender Ort, den man sich erst erarbeiten musste. Die ganzen Codes, Cliquen, Dos und Don’ts sind noch unbekannt. Über allem schwebt eine Erwartungshaltung, die zwar kein konkretes Ziel kennt, aber alle wissen, dass irgendetwas Großes passieren wird. Diese große Sehnsucht möchte ich in Beautiful Girl einfangen und spürbar machen. Und auch den Schmerz darüber, dass man die Kindheit und die Unschuld hinter sich lässt. Ich möchte ein realistisches Bild von Jugendlichen in unserer Zeit und Gesellschaft zeigen, in dem aber auch Platz für ungewöhnliche Entscheidungen und Utopien ist.
(Dominik Hartl)