Diagonale
Festival des österreichischen Films
5.–10. April 2022, Graz

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Ruins in Reverse
Innovatives Kino kurz, AT/UA 2020, Farbe+SW, 25 min., OmeU
Diagonale 2021

Regie, Buch, Kamera, Schnitt: Olena Newkryta
Sounddesign: Peter Paul Aufreiter
Weitere Credits: Sprecherin: Marta Kizyma
Produzent*innen: Olena Newkryta

 

Ein sozialistischer Wohnbau in der Südukraine. Brüchig, ausgehöhlt, mit wahrlich ruinöser Präsenz, ist er nicht nur Relikt vergangener Zeit, sondern auch Materiallager für neue Architekturen. Olena Newkrytas filmisches Essay folgt dem Recyclingprozess des Gebäudes und zeichnet ein Sinnbild für die prozesshafte Aufarbeitung sowjetischer Geschichte.

Brüchig, ausgehöhlt, mit wahrlich ruinöser Präsenz steht er inmitten der südukrainischen Einöde: ein sowjetischer Wohnbau. Die Überbleibsel der 1988 für die Arbeiter/innen der umliegenden Fa­­briken errichteten und nur wenige Jahre bewohnten Chruschtschowka sind mehr als Relikte vergangener Zeiten. Seit Jahren dienen die abgetragenen Ziegelsteine des sozialistischen Baus den Menschen in der Umgebung als Material für neue Architekturen. Anhand einer öffentlichen Installation ruinenhafter Elemente, die aus den Rudimenten des Gebäudes gestaltet werden, folgt Olena Newkrytas filmisches Essay diesem transformativen Recyclingprozess. Mittels Voice-over und Zitatinserts wird er zum Sinnbild einer prozesshaften Aufarbeitung sowjetischer Geschichte verdichtet: Lädiertes Material, in das sich vergangene Biografien und Ideologien eingeschrieben haben, prägt hier nicht nur die Konstrukte der Gegenwart, sondern auch die Ruinen der Zukunft.
(Katalogtext, mk)