Diagonale
Festival des österreichischen Films
5.–10. April 2022, Graz

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Imperial Irrigation
Innovatives Kino kurz, AT 2020, Farbe, 20 min., kein Dialog
Diagonale 2021

Regie: Lukas Marxt
Buch: Konzept & Realisation: Lukas Marxt
Musik: Jung An Tagen
Sounddesign: Marcus Zilz
Weitere Credits: Text: William L. Fox Sprecherin: Julia Scher Schnittberatung: Vanja Smiljanić, Daniela Kinateder
Produzent*innen: Lukas Marxt

 

Lukas Marxt durchmisst den ausgetrockneten Saltonsee in Kalifornien. Breitbeinig, in Cowboystiefeln schreiten wir dessen Dimensionen ab, während eine Frauenstimme von den historischen Schichten des Ortes berichtet. Imperial Irrigation handelt aber nicht vom realen Ort, sondern von dessen Bildern: den Erzählungen, Genres, Ideologien, die sich in uns abgelagert haben, und macht sich auf, ganz neue herzustellen.

Lukas Marxt durchmisst den ausgetrockneten Saltonsee in Kalifornien. Stillstehende Bilder, eigenartig rhythmisierte Kameragänge und eine stellenweise fast geometrisch akkurate Ausrichtung der Bewegungen strukturieren die visuelle Begegnung mit diesem Raum. Entlang von Texten des amerikanischen Autors William L. Fox erzählt eine roboterhafte Frauenstimme von den zeitlichen Schichten des Ortes. Die Geschichte von der Frühzeit seiner Entstehung bis zu seiner Nutzung für militärische Zwecke mündet im Hier und Jetzt in einer öden, unbelebten „Wüste des Realen“ (Baudrillard). Imperial Irrigation handelt nicht vom realen Ort selbst, er handelt von dessen Bildern: den Erzählungen, Genres, Ideologien, die sich in uns abgelagert haben. Zugleich bricht der Film – breitbeinig, die Jeans fest in die Cowboystiefel gestopft – auf zu einem Abenteuer, diese Bilder zu zerschlagen und in den Trümmern, den Glitches und den audiovisuellen Zuckungen etwas Neues in die übervolle Leere zu pflanzen.
(Katalogtext, ab)