Diagonale
Festival des österreichischen Films
16.–21. März 2021, Graz

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ein Scheißtag
Innovatives Kino kurz, AT 2004, Farbe, 11 min., dOF
Diagonale 2020

Regie: Nikolaus Eckhard, Klaus Haidl, Valentin Fiala, Severin Fiala
Buch: Die Ölfilmer
Darsteller/innen: Die Ölfilmer, Stephan Ettenauer
Kamera: Die Ölfilmer
Schnitt: Die Ölfilmer
Produktion: Die Ölfilmer

 

Einübungen ins Unbekannte. Ein Kurzfilmprogramm zum dreißigjährigen Jubiläum des Fachverbands Regie zeigt Erstlingsarbeiten bekannter österreichischer Regisseur/innen. Erste Schritte in Richtung künstlerischer Selbstausdruck sind in diesen Werken ebenso zu erkennen wie eine ungeheure Vielfalt von Zugängen zur Kunstform Film. In ephemeren Filmen jenseits industrieller Verwertungslogik schillern alle Freiheiten der Kunstform roh, unbändig und überraschend.

Dieser Film wäre bei der Diagonale'20 im Sammelprogramm „Erste Schritte. 30 Jahre Verband Filmregie Österreich“ in der Schiene In Referenz zu sehen gewesen.

Einübungen ins Unbekannte. Erste Schritte in Richtung künstlerischer Selbstausdruck. Ein Programm zum dreißigjährigen Jubiläum des Fachverbands Regie, das eine ungeheure Vielfalt von Zugängen zur Kunstform Film zeigt, bei dem roher Auswurf gleichberechtigt neben hochkonzeptueller Arbeit stehen soll und muss, um zu sagen, um zu schreien: „Aller Anfang ist gut und jeder Fehler eine Schönheit!“ Wie diese archäologische Expedition zu den ersten Kreativbeben heimischer Filmemacher/ innen hoffentlich beweist.
Es kann so sein wie bei Ulrich Seidl. Nachdem er von der Filmakademie geflogen war, drehte er Auftragsarbeiten fürs Fernsehen. Was Gebrauchsfilm mit pädagogischem Mehrwert hätte sein können, wird zum Versuchsfeld für inszenatorische Praxen, die ihn Jahre später als wesentlichen Autorenfilmer etablieren. Vorsicht Haderer! ist Vorzündstufe vieler Seidl-Großtaten, nicht nur, aber auch weil er dafür zum ersten Mal mit Maria Hofstätter arbeitete, die als kleinbürgerliche Haderer-Nachbarin ein bisserl Karikatur, aber ganz Mensch ist.
Es kann so sein wie bei Marvin Kren. Trio ist seine Zweitsemesterarbeit an der Hamburg Media School, ein konzises, perfekt austariertes Stück Erzählkino und seine erste Zusammenarbeit mit Autor Benjamin Hessler. Bereits unverkennbar sein enormes handwerkliches Talent, das Richtung Bilderbuchkarriere weist. Nach seinem Abschluss erregte Krens Zombiekomödie Rammbock international Aufsehen, der Rest ist schon jetzt Film- und Seriengeschichte.
Es kann so sein wie bei Bady Minck, die bereits mit ihrem ersten Kurzfilm Der Mensch mit den modernen Nerven einen künstlerischen Höhepunkt in ihrem Œuvre setzte und damit vollkommen verdient vom Fleck weg auf etliche der weltweit renommiertesten Filmfestivals eingeladen wurde.
Es kann so sein wie bei Lisa Weber oder Severin Fiala oder Dominik Hartl. Lego-Stop-Motion eines Elfjährigen mit morbider Fantasie. Slasherfilmzitate am Häusl. Ein schöner Tanz zum schönsten Lied der Welt im Wiener Café 21. Im Spiel, zwischen aufbrandendem Eigensinn und befreiendem Blödsinn, entstanden No-Fi-Arbeiten ohne Aussicht darauf, dass diese jemals jemand außerhalb des eigenen Familien- oder Freundeskreises zu sehen bekommen wird. In diesen ephemeren Filmen jenseits industrieller Verwertungslogik schillern alle Freiheiten der Kunstform roh und unbändig und überraschend und geil. Macht Laune. Gibt Hoffnung.
Es kann natürlich auch ganz anders sein.
(Katalogtext, Markus Keuschnigg)

Erste Schritte
30 Jahre Verband Filmregie Österreich

30 Jahre Regieverband Trailer: WEITERMACHEN (R: Sabine Marte, Oliver Stotz, AT 2020)
HCN MIAU I (R: Edgar Honetschläger, AT 1996)
Vorsicht Haderer! (R: Ulrich Seidl, AT 1992)
Wenn ma tot san, samma tot (R: Kitty Kino, AT 1975)
pan (R: Johann Lurf, AT 2005)
Der Mensch mit den modernen Nerven (R: Bady Minck, Stefan Stratil, AT 1988)
Trio (R: Marvin Kren, AT 2007)
Nachtschwalben (R: Barbara Albert, AT 1993)
ein Scheißtag (R: Die Ölfilmer, AT 2004)
Just a Dream (R: Dominik Hartl, AT 1997)
Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens (R: Lisa Weber, AT 2009)
HCN MIAU II (R: Edgar Honetschläger, AT 1996)