| Diagonale-Preise Filmmusik 2026 |
| BESTE FILMMUSIK SPIELFILM |
| der ACOM – Austrian Composers Association |
Tara Nome Doyle
Rose
Jurybegründung:
In diesem Film entfaltet sich die Musik als eine eindringliche Kraft, die das Sichtbare unterläuft und das Unsichtbare hörbar macht. Die a cappella Komposition von Tara Nome Doyle verzichtet auf jede instrumentale Stütze und legt damit die Stimme selbst frei. Ihre Stimme wird zum Resonanzraum für das, was zwischen den Figuren unausgesprochen bleibt. Sie trägt Spannungen, verschiebt Bedeutungen und öffnet einen inneren Raum, der sich weder ganz greifen lässt, noch wir ihm entkommen können. Tara Nome Doyle begleitet Rose wie ein leiser Atem, der sich durch die poetischen Bilder und das grossartige Spiel von Sandra Hüller und Caro Braun zieht und dem Film eine eindringliche und verletzliche Tiefe verleiht.
sowie
| BESTE FILMMUSIK DOKUMENTARFILM |
| der ACOM – Austrian Composers Association |
Yuri Nosenko
A Russian Winter
Jurybegründung:
Relativ am Anfang steht ein archivierter Punkauftritt von Yuri Nosenko, dem Komponisten und einem der Protagonist:innen des Films. Ein dissidentes Statement, das sich in der aktuellen Situation einzelner russischer Exilant:innen, die der Film nach zeichnet, beinahe völlig verliert. Was Nosenko an Sounds für den Film im Verlauf entwickelt, passt zu dessen Thema der aufgelösten Verbindungen, findet aber in diesem Zustand, genau wie die artifizellen Bildräume, die Kostüme und die Ausstattung, eine eigenwillige Freiheit, die sich aus Zuschreibungen und Identitäten herauslöst. Die Jury zeichnet ein Stück musikalischer Style-Arbeit aus, das sich in einer zerbrechenden Welt nicht festlegen will.
Jury Spielfilm:
Ulrike Müller (Casting Director, DE)
Ivan Salatić (Regisseur & Drehbuchautor, ME)
Cyril Schäublin (Regisseur & Drehbuchautor, CH)*
Jury Dokumentarfilm:
Susanna Guggenberger (Produzentin & Festivalleiterin, AT/CH)
Jan Künemund (Kulturjournalist & Kurator, DE)
Carmen Trocker (Regisseurin & Kuratorin, IT)
*Cyril Schäublin ist kurzfristig für Faraz Fesharaki (Regisseur & Kameramann, DE/IR) eingesprungen, der aufgrund der derzeitigen Lage im Iran leider nicht an der Diagonale teilnehmen kann.