Diagonale
Festival des österreichischen Films
24.–29. März 2020, Graz

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FRAUENFRAGMENTE: Galila
Dokumentarfilm kurz, DE 2019, Schwarzweiß, 9 min., OmeU
Diagonale 2020

Regie, Buch, Schnitt: Sophie Gmeiner
Darsteller/innen: Galila Khorshid
Kamera: Simon Dallaserra
Produzent/innen: Sophie Gmeiner

 

Diagonale’20 – Die Unvollendete. Die Diagonale’20 wurde aufgrund der behördlichen Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 abgesagt.

In der Berliner Wohnung ist es manchmal kalt. Galila wohnt hier inoffiziell, aber es ist ihr Reich, und an die Temperatur hat sie sich längst gewöhnt. Sophie Gmeiner bannt die junge Frau auf körniges Super8-Material, klassisch, in Schwarz-Weiß. Galila näht, genießt das Alleinsein. Sie hat Träume. Ein intensives und doch verspieltes Porträt, in dem viele Töne anklingen.

Galila wünscht sich einen Garten, in dem das von ihr angebaute Gemüse vor Plünderung geschützt ist. Nicht wie auf dem Tempelhofer Feld. Ein sicherer Ort, an dem es ganz in Ruhe wachsen kann. Ein Platz wie ihre Wohnung in Berlin, in der sie inoffiziell lebt und in der es eine nur schlecht funktionierende Heizung gibt, dafür aber einen eigenen, hochindividuellen Rückzugsraum. Hier näht sie und genießt das Alleinsein. Sophie Gmeiners Porträt der jungen Frau bleibt Fragment, das dennoch in Lebensbereiche ausstrahlt, die eigentlich verborgen sind. Eine unbekannte Person wird greifbar, auf körnigem schwarz-weißem Super8-Material. Die Begegnung ist leicht und tief zugleich, kurz, aber intensiv. Galila ist verspielt, doch auch ernsthaft. Und sie fürchtet sich nicht vor Hundespeichel.
(Katalogtext, cw)