Diagonale
Festival des österreichischen Films
16.–21. März 2021, Graz

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Lovely Rita
Spielfilm, AT/DE 2001, Farbe, 79 min., OmeU
Diagonale 2020

Regie, Buch: Jessica Hausner
Darsteller/innen: Barbara Osika, Christoph Bauer, Peter Fiala, Wolfgang Kostal, Karina Brandlmayer
Kamera: Martin Gschlacht
Schnitt: Karin Hartusch
Originalton: Thomas Schmidt-Gentner
Produzent/innen: Antonin Svoboda, Philippe Bober, Heinz Stussak
Produktion: coop99 filmproduktion
Koproduktion: Prisma Film- und Fernsehproduktion, Essential Filmproduktion (DE)

 

Erwachsenwerden beschäftigt Jessica Hausner in einer ihrer ersten Arbeiten, dem Kurzfilm Flora. In ihrem Langfilmdebüt Lovely Rita greift die Filmemacherin das Coming-of-Age-Thema erneut auf und legt mit ihrer Geschichte über ein pubertierendes Mädchen, das mit ihrer Sexualität alle überfordert, die alltägliche Beziehungslosigkeit bloß. Der Film ist die erste Produktion der coop99, die Hausner 1999 gemeinsam mit Barbara Albert, Antonin Svoboda und Martin Gschlacht gründete.

Schon in einer ihrer ersten Arbeiten, dem Kurzfilm Flora (1996), der bei den Internationalen Filmfestspielen in Locarno ausgezeichnet wurde, beschäftigt sich Jessica Hausner mit dem Erwachsenwerden. In ihrem Spielfilmdebüt Lovely Rita (2001) greift die Filmemacherin das Coming-of-Age-Thema erneut auf und legt mit ihrer Geschichte über ein pubertierendes Mädchen (Barbara Osika), das mit ihrer Sexualität alle überfordert, die alltägliche Beziehungslosigkeit der Menschen untereinander bloß. Hausner schrieb auch das Drehbuch zu Lovely Rita, der in der Reihe „Un Certain Regard“ in Cannes gezeigt wurde. Der Film ist die erste Produktion der coop99, die Hausner nach Abschluss der Filmakademie in Wien mit Barbara Albert, Antonin Svoboda sowie Martin Gschlacht 1999 gründete. Hausner und Albert gehörten zu dieser Zeit zu einer Gruppe junger Filmemacherinnen, die als „österreichische Nouvelle Vague“ („Der Standard“) bezeichnet wurden. Mit der Gründung der coop99, an der Hausner bis heute beteiligt ist und die zeitlich mit Barbara Alberts internationalem Festivalerfolg Nordrand zusammenfiel, bekam diese Bewegung wirtschaftliches Gewicht. Lovely Rita war auch die erste Zusammenarbeit der Regisseurin mit Philippe Bober von Coproductions Office, der seither als Hausners Koproduzent fungiert und den Weltvertrieb ihrer Filme übernommen hat. Den Wiener Filmpreis erhielt Hausner 2001 für Lovely Rita zusammen mit Regisseurin Martina Kudláček, die diesen für ihren Dokumentarfilm In the Mirror of Maya Deren bekam. Die beiden Filmemacherinnen teilen nicht nur die Auszeichnung miteinander, sondern auch die Begeisterung für den Avantgardefilm und Maya Deren.
(Katalogtext, ast)

Mit dem Potential des angry girl spielt Jessica Hausners Spielfilmdebüt Lovely Rita (2001). (…) Hausner inszeniert ihre jugendliche Protagonistin als weiblichen juvenile delinquent (…). In Lovely Rita wird der Alltag der 15-jährigen Klosterschülerin Rita (Barbara Osika) erzählt, die als klassischer Outcast in zunehmender Entfremdung zu ihrer unmittelbaren Umgebung lebt. Die Institutionen Schule und Elternhaus werden als gleichermaßen repressiv erlebt, Gleichaltrige treten als Komplizen der verhassten Autoritäten auf. Normative Weiblichkeit steht bereits in der Schule auf der Tagesordnung, wo die Mitschülerinnen im Schultheater Hochkultur aufführen, sich in perfekten Geschlechterstereotypen (blond, schlank, gemein) gefallen und Klassendünkel einüben.
(Alexandra Seibel, kolik.film)