Diagonale
Festival des österreichischen Films
16.–21. März 2021, Graz

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Das Urteil im Fall K.
Spielfilm kurz, AT 2020, Farbe, 30 min., OmeU
Diagonale 2020

Regie, Buch: Özgür Anil
Darsteller/innen: Nazmi Kirik, Cem Deniz Tato, Zelal Kapcik, Michael Fuith, Martina Poel
Kamera: Lukas Allmaier
Schnitt: Philipp Mayer
Kostüm: Lena List
Produzent/innen: Jakob Widmann
Produktion: Filmakademie Wien

 

Diagonale’20 – Die Unvollendete. Die Diagonale’20 wurde aufgrund der behördlichen Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 abgesagt.

Die junge Schülerin K. wurde vergewaltigt. Die Täter werden verurteilt, aber das Leben des Mädchens, ihres alleinerziehenden Vaters und ihres Bruders laufen nun nicht mehr in denselben Bahnen wie zuvor. Özgür Anil zeigt, wie die Dynamiken in einer eng gestrickten Community zahnradgleich ineinandergreifen und manche Menschen an den Rand dieser Gesellschaft – oder gar in die Verzweiflung – treiben.

Die Schülerin K. wurde von zwei Männern vergewaltigt. Der Bruder befindet das Urteil gegen die beiden als zu milde und will ihre Ehre wiederherstellen (und meint damit seine Ehre). Im perspektivischen Mittelpunkt dieses überraschenden Films von Özgür Anil steht aber weder ein Racheakt noch die unsichere Rehabilitation der Tochter, sondern der liebevolle alleinerziehende Vater des Mädchens. Wie sich sein Alltag nach dem Urteil kaum merklich, aber fatal verändert, vermag Anil effizient reduziert zu vermitteln. Eigenwillig neorealistisch in der Art, wie er seine Hauptfigur begleitet, erinnert der Film an Arbeiten der Brüder Dardenne. Anil zeigt, wie die Dynamiken in einer eng gestrickten Community zahnradgleich ineinandergreifen und manche Menschen an den Rand dieser Gesellschaft – oder gar in die Verzweiflung – treiben.
(Katalogtext, az)