Diagonale
Festival des österreichischen Films
24.–29. März 2020, Graz

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Alter und Fortschritt
Dokumentarfilm kurz, AT 2019, Farbe+SW, 3 min., OmeU
Diagonale 2020

Regie, Buch, Kamera, Schnitt: Gabriel Tempea
Darsteller/innen: Elena Mezera u. a.
Produzent/innen: Gabriel Tempea

 

Diagonale’20 – Die Unvollendete. Die Diagonale’20 wurde aufgrund der behördlichen Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 abgesagt.

„Irgendwann ist man verbittert genug. Die Mundwinkel hängen fast von allein.“ Gabriel Tempea hat viele von ihnen auf einer historischen Fotografie ausgemacht. Ihm selbst gelingt es jedoch nicht, den speziellen Ausdruck zu imitieren. Er scheint etwas zu sein, das sich über die Jahre unbemerkt um die Mundpartie legt. Drei unheimliche Minuten mit anschließender Pointe.

Eine historische Fotografie. Auf ihr Frauen, alte und junge. Ihnen gemein ist ein besonderer Gesichtsausdruck. Regisseur Gabriel Tempea gesteht: „Die hängenden Mundwinkel haben mich auch lange beschäftigt.“ Der anschließende Versuch, die Mimik zu imitieren, scheitert. Einer Frau, der Tempea dieselbe Aufgabe stellt, gelingt es auf Anhieb und „mit auffälliger Leichtigkeit“. „Irgendwann ist man verbittert genug. Die Mundwinkel hängen fast von allein“, sagt sie. Die nach unten geöffnete Sichel – Zeichen fortschreitenden Alters oder eines Fortschritts, dem das Gewinnende fehlt? Alter und Fortschritt benötigt wenige Bilder, wenige Minuten für seine Beobachtung mit Pointe. Sie kommt in der Tram, unversehens, und könnte immerhin die Winkel der Zusehenden Richtung Ohren ziehen.
(Katalogtext, cw)