Diagonale
Festival des österreichischen Films
5.–10. April 2022, Graz

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Nägel mit Köpfen
Dokumentarfilm, AT/DE 2013, Farbe, 93 min., OmdU
Diagonale 2013

Regie, Buch: Marko Doringer
Kamera: Marko Doringer, Marcus Winterbauer u.a.
Schnitt: Marko Doringer, Bettina Blickwede
Originalton: Johannes Schmelzer-Ziringer, Nils Kirchhhoff u.a.
Musik: Kristof Hahn – Les Hommes Sauvages
Sounddesign: Tatjana Jakob
Produzent*innen: Marko Doringer
Produktion: Filmfabrik

 

Wir alle brauchen ein Zuhause. Aber muss man deshalb gleich zusammenleben? Vier Jahre nach Mein halbes Leben befindet sich Marko Doringer nach wie vor auf Identitätssuche – und mit ihm eine ganze Generation. In Nägel mit Köpfen porträtiert er seine eigene Beziehung und drei weitere Paare in unterschiedlichen Lebensrealitäten. Es ist eine Reise ins Private, eine Statusmeldung aus dem Inneren des Konzepts Paarbeziehung: authentisch, unterhaltsam, aufwühlend.

Katalogtext Diagonale 2013:

Wir alle brauchen ein Zuhause. Aber muss man deshalb gleich zusammenleben? Was erfüllt uns heute noch? Woran glauben wir? Und wofür lohnt es sich zu kämpfen – in einer Welt, in der uns alle Möglichkeiten offenzustehen scheinen? Wir leben im digitalen Zeitalter und zum Großteil in finanzieller Unabhängigkeit, alte Lebenskonzepte gelten kaum mehr. Inmitten einer zunehmend vernetzten Welt macht sich ein Gefühl des Verlorenseins breit: Gibt es heute noch das traute Heim? Ein Zuhause, mit nur einem Partner/einer Partnerin? Also: Nägel mit Köpfen? (Produktionsnotiz)

Nach Mein halbes Leben (Großer Diagonale Preis 2008) begibt sich Berufsskeptiker Marko Doringer erneut auf Identitätssuche. Über einen Zeitraum von zwei Jahren hat er vier Paare der „Generation Ü-30“ in ihren unterschiedlichen Lebensrealitäten begleitet: zwei Manager/innen mit bis dato unerfülltem Kinderwunsch; Jenny und Hannes, beide mit Karriereambitionen ringende Künstler/innen in Fernbeziehung; das schwule Pärchen Nikola und Thomas, dessen homophobes Umfeld in Belgrad kein offenes Ausleben seiner Liebe zulässt; und schließlich sich selbst und Freundin Marlene, konfrontiert mit der weitreichenden Entscheidung, eine gemeinsame Zukunft in der ersten gemeinsamen Wohnung aufzubauen. Nägel mit Köpfen ist eine Reise ins Private, eine Statusmeldung aus dem Inneren des Konzepts Paarbeziehung: authentisch, unterhaltsam, aufwühlend. (red)

Zu Drehbeginn war ich 35. Und abgesehen von ein paar wenigen Beziehungen, von der die längste knapp ein Jahr gedauert hat, war ich bis dahin immer Single, unabhängig und frei. Und dann bin ich mit Marlene zusammengezogen. Es war für mich das erste Mal, dass ich mit einer Frau in eine gemeinsame Wohnung gezogen bin. Mir ist schon klar, dass da eigentlich nichts dabei ist, doch ich hatte wirklich Angst davor: zum ersten Mal an eine Frau gebunden zu sein – über einen Mietvertrag! Der Film stellt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, denn es gibt kein Rezept für eine gelungene Partnerschaft. Mich hat vielmehr interessiert, Paare und Einzelgeschichten zu finden, die symbolhaft für meine Generation stehen. Der Film soll keine Antworten und Lösungen geben, aber zumindest ein paar frische Gedanken über unser Leben, unsere Gesellschaft, unsere Ziele und die Sehnsucht nach Liebe. (Marko Doringer)