Diagonale
Festival des österreichischen Films
5.–10. April 2022, Graz

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WARTEN
Innovatives Kino kurz, AT 2021, Farbe, 7 min., kein Dialog
Diagonale 2021

Regie: Bernd Oppl
Buch: Konzept & Realisation: Bernd Oppl
Kamera: Cristoph Groppenberger
Sounddesign: Andreas Kurz
Weitere Credits: unterstützt von: Florian Conrad Eybesfeld Dank an: Elisabeth Molin, Thomas Oppl
Produzent*innen: Bernd Oppl

 

Film = Raum × Zeit. Bernd Oppls WARTEN setzt diese Formel in bestechend einfacher Weise um. Der hier in Anschlag gebrachte filmische Minimalismus – eine Einstellung, Zeitraffer, gegen Ende eine leichte Zoombewegung – vermag durch das Medium Film über Verhältnisse nachzudenken, die unser Dasein prägen: Warten heißt, die Zeit an sich arbeiten zu lassen, bis sie sich dauerhaft in einen hineingeschrieben hat.

Film = Raum × Zeit. Bernd Oppls WARTEN setzt diese Formel in bestechend einfacher Weise um. Wir sehen einen Raum, zwei seiner vier Wände, den Boden, darin ein paar Sessel, eine Uhr – vielleicht ein Wartezimmer. Niemand betritt den Raum, niemand durchschreitet ihn, er verbleibt leer in der Zeit: ein wartender Warteraum. Von außerhalb der Kadrage wehen Blätter hinein, es schneit, es regnet. Die Dinge lagern sich auf den Oberflächen ab, irgendwann fressen sie sich in sie hinein, verändern den Raum dauerhaft. Weil wir (vorerst) nicht sehen, was den Raum umgibt, verstehen wir auch ihn nicht ganz, er bleibt ein Rätsel. Der von Bernd Oppl in Anschlag gebrachte filmische Minimalismus – eine Einstellung, Zeitraffer, gegen Ende eine leichte Zoombewegung – vermag durch das Medium Film über Verhältnisse nachzudenken, die unser Dasein prägen: Warten heißt, die Zeit an sich arbeiten zu lassen, sich der Zeit zu übergeben, bis sie sich dauerhaft in einen hineingeschrieben hat.
(Katalogtext, ab)