Diagonale
Festival des österreichischen Films
24.–29. März 2020, Graz

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With Love – Volume One 1987–1996
Innovatives Kino, AT 2020, Farbe, 102 min., OmeU
Diagonale 2020

Regie, Buch, Kamera, Schnitt, Originalton, Sounddesign: Michael Pilz
Darsteller/innen: friends and friends of friends
Musik: Jon Hassell, Tibor Szemzö, Janos Masik, anonym
Produzent/innen: Michael Pilz

 

Diagonale’20 – Die Unvollendete. Die Diagonale’20 wurde aufgrund der behördlichen Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 abgesagt.

Freund/innen und geliebte Personen von Wien bis ins Anthology Film Archive New York sind Protagonist/innen in den Bild- und Tonaufnahmen, die der obsessive Materialsammler Michael Pilz zwischen 1987 und 1996 gemacht hat. With Love – Volume One 1987–1996 sind vergegenwärtigte Erinnerungen, Begegnungen in der Zeit. Ein radikal persönlicher filmischer Liebesbrief – an das Leben und an jene, die es ein Stück weit begleitet haben.

Was ich sehe, was also durch meinen Blick sichtbar wird, ist das Spiegelbild meiner eigenen, inneren Befindlichkeit. Das äußere Bild entspricht dem inneren, dem geistigen, es ist die Materialisation meiner instinktiven, gefühlsmäßigen Verfassung. Das durch mich entworfene äußere Bild zeigt an, wie es mir geht, wer ich bin, was mich interessiert, wovor ich mich fürchte, kurz, was ich für mich selber wahrhabe und was nicht.
(Michael Pilz)

Dieses äußere Bild kann ein Vorhang aus dicht fallenden Schneeflocken sein, der sich vor einem Fenster ausbreitet. Oder ein kleines Kind, das mit den Fingerspitzen eine beschlagene Glasscheibe bemalt. Es kann ein flüchtiges Lächeln, eine vorüberziehende Landschaft, ein ratternder Projektor, Küchengespräche mit Freund/innen sein oder der Gang nackter Füße im Morgenlicht: Bild- und Tonaufnahmen, die der obsessive Materialsammler Michael Pilz zwischen 1987 und 1996 gemacht hat. Freund/innen und geliebte Personen von Wien bis ins Anthology Film Archive New York sind die Protagonist/innen. With Love – Volume One 1987–1996 ist ein Film über Begegnungen und Zeit. Gemeinsam verbrachte, vergangene Zeit, über die sich ein Schleier des Vergessens gelegt hat. Pilz’ Film lichtet diesen Schleier, zeigt lebendige Erfahrungen, lebendige Menschen, führt Bewegungen, Gesten, Blicke vor Augen, die er mit seinen Blicken, seiner Kamera, seinem Herzen eingefangen hat. In all diesen Bildern scheint sich nicht nur das wahre Wesen dieser Erblickten zu offenbaren, sondern auch der Betrachter hinter der Kamera selbst und sein Gefühl zum Gefilmten. Eine radikal persönliche Seherfahrung, vermittelt als filmischer Liebesbrief – an das Leben und an jene, die es ein Stück weit begleitet haben.
(Katalogtext, mk)

Lieber Michael, With Love – Volume One 1987–1996 ist – für mich als Zuseher – eine Art Befreiungsschlag, erzeugt in mir wärmende Zuversicht in einer Rückschau, die mehr Vergegenwärtigung ist. Eine höchst seltene Kombination, finde ich. Zeit wird unbedeutend, gerinnt zu einem Punkt, der sich zu einem Kreis weitet, in dem dann ALLES enthalten ist. Das Schöne an Deinen Filmen ist ja immer wieder auch dieser Geschenk-Charakter. Der Titel bringt’s ja diesmal auf den Punkt. Du verschenkst Dich in Deinen Filmen, indem Du uns Anteil nehmen lässt an Deiner Welterkundung, Weltbetrachtung, an Deinem Hinhorchen, Hinschauen … Und Du bist – zumindest filmisch – ein Meister im Umgang mit Schmerz (in jeder Form): Du verzauberst ihn in ein Staunen über das Unmittelbare.
(Peter Schreiner)