Diagonale
Festival des österreichischen Films
16.–21. März 2021, Graz

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PAPA ROMA. Eine Deutsche Meditation
Innovatives Kino kurz, AT 2019, Farbe, 6 min., kein Dialog
Diagonale 2020

Regie, Buch, Kamera: Meinhard Rauchensteiner
Schnitt: Daniel Zimmermann
Musik: Johann Sebastian Bach
Sounddesign: Daniel Zimmermann
Weitere Credits: Produktionsassistenz: Wessi Benderliewa
Produzent/innen: Daniel Zimmermann
Produktion: dz-productions

 

Diagonale’20 – Die Unvollendete. Die Diagonale’20 wurde aufgrund der behördlichen Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 abgesagt.

Die Stofffigur eines deutschen Papstes ist auf einem riesigen Globus fixiert, der sich zur Musik von Johann Sebastian Bachs „Erbarme dich, mein Gott“ dreht – zunächst in die richtige Richtung, dann in die falsche. Die Welt pendelt sich zum Stillstand. Immer wieder ist der verblasste Schriftzug im Meer zu lesen: „STOP POLLUTING ME“. Sie wird nicht genesen, die Welt. Die Musik reißt ab.

Mit Hansaplast kreuzigt Meinhard Rauchensteiner die Plüschteddy-Variante des deutschen Papstes auf einen überdimensionierten Globus. Zu Johann Sebastian Bachs kontemplativer Arie „Erbarme dich, mein Gott“ beginnt die Erdkugel, deren Meere hilfesuchend an die Vernunft des Menschen appellieren, sich in Bewegung zu setzen. Nach einiger Zeit wechselt der Weltenlauf seine Richtung, schlägt einen rückwärtsgewandten Kurs ein, um sich schließlich im vollkommenen Stillstand einzupendeln. Eine Deutsche Meditation – so der Untertitel von Rauchensteiners metaphorischer Miniatur – zielt auf die unmittelbare Erfahrung des Göttlichen. Die Signale, die der Welterschaffer sendet, sind unmissverständlich, doch das mächtige Oberhaupt der katholischen Kirche scheint diese Epiphanie nicht in Aufruhr zu versetzen. In passiver Haltung wird sie einfach ausgesessen, bis die Musik verstummt: die Passionsgeschichte eines sterbenden Planeten.
(Katalogtext, mk)