Diagonale
Festival des österreichischen Films
24.–29. März 2020, Graz

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7500
Spielfilm, DE/AT 2019, Farbe, 92 min., OmeU
Diagonale 2020

Regie: Patrick Vollrath
Buch: Patrick Vollrath und Senad Halilbašić
Darsteller/innen: Joseph Gordon-Levitt, Omid Memar, Aylin Tezel, Carlo Kitzlinger, Murathan Muslu, Paul Wollin, Aurélie Thépaut
Kamera: Sebastian Thaler
Schnitt: Hansjörg Weißbrich
Originalton: Erik Seifert
Szenenbild: Thorsten Sabel
Kostüm: Christine Zahn
Produzent/innen: Alexander Glehr, Franz Novotny, Jonas Katzenstein, Maximilian Leo
Produktion: Film AG
Koproduktion: augenschein Filmproduktion (DE)

 

Diagonale’20 – Die Unvollendete. Die Diagonale’20 wurde aufgrund der behördlichen Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 abgesagt.

Ein abendlicher Routineflug von Berlin nach Paris. Pilot und Kopilot gehen im Cockpit die vorbereitenden Schritte durch, die Maschine startet. Kurz darauf das Horrorszenario: Über den Überwachungsmonitor sehen die Piloten, dass Terroristen soeben den Passagierraum in ihre Gewalt gebracht haben und nun versuchen, das Cockpit zu entern. Ein unvorstellbarer Kampf beginnt, der alle Beteiligten an ihre physischen und psychischen Grenzen bringt.

7500, in der Luftfahrt der Notfallcode für eine Flugzeugentführung, beschreibt die dramatischen Szenen während eines abendlichen Linienflugs von Berlin nach Paris, der von Terroristen gekidnappt wird. Gedreht in einem ausrangierten Cockpit in einem Kölner Studio, verlässt der Film dieses enge Setting nie, erzeugt aber gerade dadurch große emotionale Vielschichtigkeit und extreme Spannung. Der ehemalige Lufthansa-Pilot Carlo Kitzlinger und US-Schauspieler Joseph Gordon-Levitt fungieren als Pilotenduo, dem es trotz unvorstellbarer Entscheidungen schwerfällt, das Vordringen der Terroristen ins Cockpit zu verhindern. Das Drama, das sich im abgeriegelten Passagierraum abspielt, vermittelt sich den beiden lediglich über einen kleinen Monitor. Via Livecam überträgt sich da ein Überwachungsbild, das paradoxerweise jedes Sicherheitsgefühl aushebelt. Für den Dreh war im Cockpit gerade mal Platz für die Darsteller und Patrick Vollraths Kameramann Sebastian Thaler, der hier erneut seine Fähigkeiten demonstrieren und mit dem Regisseur größtmöglichen Realismus erzeugen kann. Vollrath wollte „die Intensität, die sich in einem einzigen Raum entwickeln kann, einmal auf einen ganzen Film ausdehnen“, erklärt er selbst zu 7500 und schließt damit an die Kernidee der Schlussszene seiner Oscar-nominierten Filmakademie-Abschlussarbeit Alles wird gut (2015) an.
(Katalogtext, az)

7500 is briskly effective in a cold-sweat sort of way, carrying its audience from a smooth takeoff to the first signs of disturbance to swiftly cranked all-out terror with the kind of nervy efficiency you can admire without exactly taking pleasure in it.
(Guy Lodge, Variety)

Compact, edge-of-the-seat storytelling that makes good use of Joseph Gordon Levitt’s decent, appealing everyman persona.
(Allan Hunter, screendaily.com)

Den überwiegend in Echtzeit ablaufenden Ereignissen im Cockpit kann man sich kaum entziehen; sich zu distanzieren, scheint fast unmöglich. Joseph Gordon-Levitt spielt seine Rolle überzeugend realistisch.
(Christopher Diekhaus, kunstundfilm.de)

Vollrath (gelingt) mit der Zuspitzung der Situation auf technisch vermittelte Bilder ein interessanter dramaturgischer Kunstgriff.
(Manfred Riepe, epd-film.de)

Spannung, die kaum erträglich ist und Fragen, die schon im Ruhemodus kaum bewältigbar scheinen.
(Otto Friedrich, Furche)