Diagonale
Festival des österreichischen Films
8.–13. Juni 2021, Graz

FilmprogrammRegisseur*innen | Spielplan

 


Mittwoch, 09.06.
13:00 Uhr, KIZ Royal 1
Freitag, 11.06.
16:00 Uhr, KIZ Royal 1

Es ist genau genug Zeit

Animation, AT 2021, digital, 2 min, kein Dialog
Sammelprogramm: Innovatives Kino Programm 1

Oskar Salomonowitz, der zwölfjährige Sohn der Filmemacher/innen Anja Salomonowitz und Virgil Widrich, hatte 206 Bilder eines Daumenkinos gezeichnet, als er bei einem Unfall starb. Ein irrationales Ende, dem sein Vater eine kleine, aber logische Fortführung entgegensetzt: Er zeichnete Oskars Film mit den verbliebenen 482 Blättern weiter.

Weitermachen. Aber wie, wenn das eigene Kind gestorben ist? Oskar Salomonowitz, der zwölfjährige Sohn der Filmemacher/innen Anja Salomonowitz und Virgil Widrich, hatte 206 Bilder eines Daumenkinos gezeichnet, als er bei einem Unfall starb. Bild für Bild der spektakuläre Kampf zweier Strichmännchen – Feuer gegen Eis. Das packende, kräftemessende Ringen der zwei Elementarmächte ist in vollem Gange, als es plötzlich stoppt. Ohne Vorwarnung, ohne Erklärung, irrational. Doch so kann es nicht enden. Virgil Widrich hat also weitergemacht. Er hat sich hineinversetzt und sich erinnert, an seinen Sohn und an sein zwölfjähriges Ich, und die verbliebenen 482 Blätter des Zeichenblocks mit den Bildern befüllt, die ihm logisch erschienen. „Es ist genau genug Zeit“, hatte Oskar einmal aufgeschrieben. Wer das wirklich verstanden hat, kann aufhören zu zählen.
(Katalogtext, az)

Oskars Arbeit fortzuführen war am Anfang für mich sehr schwer, auch aus Angst, etwas falsch zu machen. Aber Oskar hatte überhaupt keine Angst, und ich bin sicher, dieses Format und eine Vorführung im Kino hätten ihm sehr gefallen.
(Virgil Widrich)

Der Film läuft vor ausgewählten Diagonale-Veranstaltungen. 

Regie: Oskar Salomonowitz, Virgil Widrich
Buch: Oskar Salomonowitz, Virgil Widrich
Kamera: Virgil Widrich
Schnitt: Virgil Widrich
Musik: Siegfried Friedrich
Sounddesign: Siegfried Friedrich
Weitere Credits: Animation: Oskar Salomonowitz, Virgil Widrich Postproduktion: Bernhard Schlick
Produzent*innen: Virgil Widrich
Produktion: Virgil Widrich Film- und Multimediaproduktions G.m.b.H.