Diagonale
Festival des österreichischen Films
13.–18. März 2018, Graz

Statement von Landesrat Christian Buchmann

Herr Landesrat Buchmann, warum sind Ihnen die Diagonale-Preise ein Anliegen?
Die Diagonale ist für die Entwicklung des Filmlandes Steiermark von großer Bedeutung. Graz und die Steiermark werden für eine Woche ins Zentrum des österreichischen Filmschaffens gerückt und dadurch zu einem außergewöhnlichen Treffpunkt für die Filmbranche und das Publikum.
Die Diagonale-Preise sind die am höchsten dotierten Auszeichnungen für künstlerische Leistungen, die die Steiermark zu vergeben hat. Mit dem Regisseur ehrt man zugleich das Team, das hinter einem Film steht: Kamera, Ausstatter, Musiker etc.
Die Diagonale hat die spezifische Aufgabe, die österreichische Filmlandschaft zu präsentieren und ist damit auch eine Leistungsschau gegenwärtigen Filmschaffens.

Großer Diagonale-Preisträger Nikolaus Geyrhalter und Landesrat Christian Buchmann © Diagonale/Martin Stelzl

Großer Diagonale-Preisträger Nikolaus Geyrhalter und Landesrat Christian Buchmann © Diagonale/Martin Stelzl

 Was wünschen Sie dem österreichischen Film?
Der österreichische Film wird gesehen und das auch auf der internationalen Bühne. Umso wichtiger ist es, dafür zu sorgen, dass die Erfolge der letzten Jahre keine Ausnahmen bleiben, sondern die nunmehr gelegte Basis weiter ausgebaut wird, um das Potenzial der heimischen Filmschaffenden voll zu entfalten.
Dem österreichischen Film ist zu wünschen, dass er im heimischen Fokus die Bedeutung bekommt, die er im Konzert des europäischen Kinos hat. Im Ausland bis hin zu den Oscars werden die Leistungen des österreichischen Films unter Cineasten fast euphorisch bejubelt. Deutsche Filmemacher/innen staunen oft, mit welch geringem Budget in Österreich außerordentliche Filme gedreht werden. Deshalb wünsche ich mir noch mehr neugieriges und kritisches heimisches Publikum für die heimischen Produktionen. Kino muss nicht immer „bigger than life“  sein, wie es uns die amerikanische Traumfabrik wahrmachen will. Die österreichischen Filmhelden sind Menschen wie Du und Ich, das ist Spannung, so entsteht Filmkunst.

Und welche Rahmenbedingungen braucht es Ihrer Meinung nach, um die vielstimmige österreichische Filmlandschaft zu erhalten?
Mut zur Kunst. Wir sind gut im Arthouse-Bereich, nicht bei Blockbustern.
Wir haben nicht die Millionen von Kinopublikum wie in Amerika, sondern wir haben in Europa verschiedene nationale Filmsprachen mit wenigen Hundertausenden, ja manchmal mit nur wenigen Tausenden Zusehern. Viele sensationelle Filme finden bei uns keinen internationalen Verleih. Dieser Mut zum künstlerischen Ausdruck trotz des Wissens um mangelnde internationale Verwertung ist das Erfolgsrezept gegen Uniformität. Deshalb fördern wir Filmkunst und keine Kassenschlager. So gibt es auch für alle Kinobesucher/innen immer etwas zu Entdecken. Die Filmszene in der Steiermark zeichnet sich durch ein hohes Maß an künstlerischer Qualität und durch hohe Professionalität aus. Dies wird vom Land Steiermark von zwei voneinander unabhängigen Förderstellen unterstützt.