Diagonale
Festival des österreichischen Films
13.–18. März 2018, Graz

Rückblick Diagonale’16

Mit einem Rekord von 30.200 Besucher/innen blicken Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber zufrieden auf ihre erste gemeinsam verantwortete Diagonale zurück, die auf eine Balance zwischen Kontinuität und neuen Impulsen setzte. Zwei neue Programmschienen, das Austria Film Meeting, ein neues Erscheinungsbild, ein verstärktes Kooperieren mit lokalen Initiativen und Institutionen und ein eigener Diagonale-Festivaldistrikt rund um das Kunsthaus Graz trugen zur Erneuerung des Festivals bei.

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Premierengäste, Foto: Diagonale/Paul Pibernig

Nicht nur die zahlreichen mit Spannung erwarteten Kinopremieren erwiesen sich als Publikumsmagnete. Auch im neu eingerichteten Festivaldistrikt und bei den abendlichen Festen von #DurchDieNacht herrschte großer Andrang. Der neu konzipierte Cinema Next Breakfast Club – ein Vernetzungsformat zwischen jungen und arrivierten Vertreter/innen der Filmbranche – erfreute sich großer Beliebtheit. Die Hundertschaften, die dem Street Cinema an Orte einstiger Kinos folgten, erwiesen sich als weiteres Indiz für das rege Publikumsinteresse.

Das Wettbewerbsprogramm 2016 präsentierte einen spannenden Mix aus etablierten und neuen Namen, bot die Gelegenheit, unerwartete Entdeckungen zu machen und zeugte von der Vielfalt und Lebendigkeit der heimischen Filmlandschaft. In diesem Jahr wurden 158 Filme gezeigt, 107 davon im Wettbewerb. Nicht weniger als 68 Premieren standen auf dem Programm.

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Ursula Strauss bei der Preisverleihung, Foto: Diagonale/Miriam Raneburger

Einen Höhepunkt markierte die der Produzentin Gabriele Kranzelbinder gewidmete Reihe Zur Person, die für Neu- und Wiederentdeckungen sorgte. Viel Resonanz gab es auf das provokant mit Österreich: zum Vergessen betitelte historische Spezialprogramm, in dem sich das Österreichische Filmmuseum, das Filmarchiv Austria und SYNEMA erstmals gemeinsam einer zentralen Phase österreichischer Film- und Zeitgeschichte annäherten: den Waldheim-Jahren. Vielfältige Bezüge innerhalb des Programms eröffnete die neue Festivalschiene In Referenz, die österreichisches Kino mit sich selbst und mit ausgewählten internationalen Positionen in einen Dialog treten ließ.

Auch bei den Gesprächen des als disziplinübergreifenden Think-tank konzipierten Austria Film Meeting stand der Netzwerkgedanke im Vordergrund. Zudem wurden Strategien entwickelt, wie sich mehr Gleichberechtigung und gesellschaftliche Diversität in Film und Fernsehen umsetzen lassen. In der Zusammenführung von Praxis und Theorie mündete der Austausch nicht nur in eine öffentliche Diskussion, sondern strahlte auch erstmals in das reguläre Filmprogramm aus.

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Die Preisträger/innen, Foto: Diagonale/Alexi Pelekanos

Im Rahmen der Diagonale’16 wurden 17 Preise im Wert von insgesamt rund 165.000 Euro vergeben, darunter die mit je 21.000 Euro dotierten Großen Preise des Landes Steiermark für den jeweils besten österreichischen Kinospielfilm sowie Kinodokumentarfilm. Als bester österreichischer Spielfilm wurde Die Geträumten von Ruth Beckermann ausgezeichnet. Sigmund Steiners sensibles Väter-Söhne-Porträt Holz Erde Fleisch gewann den Großen Diagonale-Preis Dokumentarfilm. Den Preis Innovatives Kino der Stadt Graz erhielt Antoinette Zwirchmayr für Josef – Täterprofil meines Vaters. Die Diagonale-Schauspielpreise in Kooperation mit der VdFS gingen an Ursula Strauss für ihre Rolle in Maikäfer flieg und an Erwin Steinhauer für seinen Auftritt in Thank You for Bombing. Mit dem Publikumspreis der Kleinen Zeitung wurden Arash und Arman T. Riahi für ihren Dokumentarfilm Kinders prämiert. Bereits bei der Eröffnung wurde Erni Mangold mit dem Großen Diagonale-Schauspielpreis in Form eines Kunstwerks von Anna Paul für Verdienste um die österreichische Filmkultur gewürdigt. Weiters wurden in Graz die Carl-Mayer- und Thomas Pluch Drehbuchpreise verliehen.

Der Programmguide mit allen Informationen zur Diagonale’16 und dem gesamten Spielplan steht nach wie vor zum Download bereit.