Diagonale
Festival des österreichischen Films
13.–18. März 2018, Graz

Pressestimmen 2010

Gerade nach einem Jahr der großen Erfolge für österreichische Filme (und bei wachsender Marktpräsenz und erhöhter Publikumsakzeptanz), erfüllt die Diagonale auch die Funktion eines wichtigen Korrektivs: Sie zeigt, dass die Aufmerksamkeit auf einige wenige noch lange nicht ausreicht. Marginalere Arbeiten, die hier eine wichtige Plattform erhalten, müssen anderswo um Präsentationsorte und Zugang zur Öffentlichkeit bangen. Das Grazer Filmfestival leistet somit wichtige filmkulturelle Ergänzungsarbeit.

Dominik Kamalzadeh und Isabella Reicher, Der Standard

 

Selten war so Bewegendes auf einem österreichischen Filmfestival zu erleben wie die Wiederentdeckung von Peter Schreiners grandiosen, seit Dekaden nicht mehr projizierten Frühwerken gemeinsam mit dem Regisseur. […] Tatsächlich hat die Diagonale, obwohl Intendantin Barbara Pichler auch im zweiten Jahr auf Auslese setzt, ein Platzproblem: So gedrängt ist das Programm, dass sich etwa die durchwegs sensationellen Retrospektiven (zu Peter Schreiner, Mansur Madavi, Günther Krampf und Romuald Karmakar) teils hoffnungslos überschneiden. Eine Verlängerung um einen Tag könnte Abhilfe schaffen, ist aber angesichts gekürzter Mittel kaum machbar: Da könnten Förderstellen auch unabhängig von Erfolgstrends ein Zeichen setzen.

Christoph Huber, Die Presse

 

Was vor einem Dritteljahrhundert als ambitionierte, aber auch etwas hermetische Veranstaltung in Wels begonnen hatte, danach ein paar ziemlich triste Jahre in der verwöhnten Festspielstadt Salzburg fristete, wuchs sich erst an der Mur zu einem veritablen Festival aus. Und die Arbeit der im Vorjahr neu bestellten Intendantin Barbara Pichler lässt darauf schließen, dass die Diagonale weiterhin auf Erfolgskurs bleibt.

Frido Hütter, Kleine Zeitung

 

Bislang noch wenig beachtete Filme fanden in einem äußerst geschäftigen, dicht organisierten Festival-Graz ein wichtiges Forum, die Boxoffice-Erfolge der nationalen Komödien die notwendige Ergänzung.

Gunnar Landsgesell, Blickpunkt:Film (München, DE)

 

Die Diagonale sieht sich nicht nur als Leistungsschau gegenwärtigen Filmschaffens, sie wirft außerdem sorgsam ausgewählte Blicke zurück in die heimische Filmgeschichte und manchmal auch in die der europäischen Nachbarländer. Der Gestus ist dabei nie ein staatstragender und nicht selten ein fast schon archäologischer, die offizielle österreichische Filmgeschichtsschreibung kennt so wenige Namen, dass ein Kanon, an dem man sich abarbeiten könnte, gar nicht erst existiert. Stattdessen forscht man nach Vergessenem und Verdrängten und wird dabei mit schöner Regelmäßigkeit fündig.

Lukas Foerster, Cargo Film (Berlin, DE)

 

Vom österreichischen Filmwunder war in den letzten Monaten im Zuge der Oscar-Auszeichnungen und –Nominierungen gerade in den Medien beinahe schon enervierend oft die Rede. Nicht so auf der Diagonale – und das hat dem Festival richtig gut getan. Denn die Programmauswahl bewies vor allem eines: Dass es richtig ist, den Filmemachern, die sich nicht dem „Zeitgeist“ unterwerfen, eine mindestens ebenso große Plattform für ihre Arbeit zu bieten, wie denen, die ohnehin medial präsent sind.

Florian Widegger, Deadline Magazine (St. Ingbert, DE)

 

Ostensibly a public festival, Diagonale is still the primary meeting place for those who work with and mediate the art of film in Austria.

Martina Lunzer, The Auteurs/MUBI (Palo Alto, US)

 

Dass die Diagonale neben zahlreichen neuen Produktionen stets auch ein Gespür für außerordentliche Extras hat, macht sie zum Anziehungspunkt für Cineasten.

Ralf Schenk, film-dienst (Köln, DE)

 

Neuer Mut, frisches Geld und das Verlassen ausgetretener Genre-Pfade: Österreichs Filmbranche war auf der Diagonale in Graz in Hochstimmung. […] Es scheint, als hätte die Diagonale, die immer für ihre scharfen Debatten zwischen Filmszene und Kulturpolitik bekannt war, als Konfliktort ausgedient; jetzt ist sie ein echter Ort der Begegnung, des Austauschs.

Matthias Greuling, Furche

 

Diagonale with its geographically and historically extensive programme and almost perfect organization is definitely an example of a national film festival worth copying, since it seems equally attractive to both domestic and foreign experts as well as to the audience.

Anja Naglič, Ekran (Ljubljana, SI)

 

Given the quality of the selected films and the perfect festival organization, Diagonale 2010 doesn’t have to shy away from comparison with international film festivals. Festival director Barbara Pichler, who not only manages the event but is also the festival’s artistic director, guarantees the quality of the presented films and the programmes. Moreover, the festival is traditionally a place where the audience and the filmmakers meet to discuss.

Edita Uhriková, Informácie Klub filmových novinárov SSN (Bratislava, SK)

 

Tumulte an den Kinokassen, und das sowohl bei den Vormittags- wie auch bei den Nachtvorstellungen. Steigerung der verkauften Kinokarten im Vergleich zum Vorjahr, und von 134 Vorstellungen 51 ausverkauft. Das Grazer Publikum weiß den heimischen Film zu schätzen. […] Klug, charmant und herzlich, so präsentiert sich Festival-Intendantin Barbara Pichler, und diese Attribute prägen jetzt schon im zweiten Jahr die Stimmung der Diagonale.

Christine Dériaz, Professional Production (Hochheim, DE)

 

As to the Austrian film festival in Graz, there is even more to discover, for instance a special programme, dedicated to the wonderful Austrian documentary filmmaker Peter Schreiner.

Belinda van de Graaf, Trouw (Amsterdam, NL)

 

Bis Sonntag feiert sich in Graz Österreichs Film – aber nicht ausschließlich. Dafür sorgt nur schon das Team um Barbara Pichler, dem die stetige Öffnung der heimischen Werkschau ganz offensichtlich ein Anliegen ist.

Michael Sennhauser, Sennhausers Filmblog (Basel, CH)

 

Wobei Normalität im österreichischen Film – abseits des in den letzten Jahren obligaten Erfolgs auf internationalem Parkett – zunächst für eines steht: eine ungeheure Stärke im Bereich des Kurz-, Dokumentar- und Experimentalfilms. Ein Umstand, den das Festival auch diesmal eindrucksvoll zur Schau zu stellen wusste.

Samuel Stuhlpfarrer, junge welt (Berlin, DE)

 

Einmal im Jahr ist Graz die Filmhauptstadt Österreichs. Dann werden die roten Fahnen gehisst, dann nehmen sich Menschen Zeit für Kopfkino, dann zieht es 1100 Profis aus der Filmbranche an die Mur. Dann sind Kinosäle vormittags randvoll, dann stehen Regisseure Rede und Antwort. […] Aber: Sechs Tage Filmhauptstadt reichen nicht aus. Eine Ausweitung wäre nötig: in den Köpfen der Grazer, im Stadtbild und vielleicht um einen Festivaltag mehr.

Julia Schafferhofer, Kleine Zeitung

 

Diagonale: Nach Polit-Interventionen und darauffolgender Krise in den letzten Jahren wieder neu erstarkt als kultureller Fixpunkt im März.

Skip – das Kinomagazin

 

Mit der Diagonale – so will es die meteorologische Tradition – bricht in Graz der Frühling an. Und so war es auch dieses Jahr. Im Spiegel dazu ortete Festivalleiterin Barbara Pichler auch Aufbruchstendenzen im einheimischen Filmschaffen: Rund hundert Produktionen aus einem dichten Produktionsjahr versammelte sie in ihrem Programm – wobei sich insbesondere bei den Dokumentarfilmen ein starker Jahrgang abzeichnete.

Doris Senn, Filmbulletin (Zürich, CH)

 

Die von Barbara Pichler programmatisch betriebene Öffnung des Festivals führte jedenfalls auch im zweiten Jahr ihrer Intendanz zu mehr Besuchern, auch aus dem Ausland. Ein weiterer Festivaltag, den Pichler mit 150.000 Euro Mehrkosten veranschlagt, täte der Diagonale gut.

Thomas Wolkinger, Falter

 

Neben qualitativ hochwertigem Filmschaffen und Diskussionsveranstaltungen, die brennende Themen zur Sprache brachten, belebten auch betont unösterreichische Filme das auf der Diagonale gezeigte Spektrum.

Julia Evers, Oberösterreichische Nachrichten

 

Tatsächlich lässt sich konstatieren, dass die Diagonale 2010 mehr denn je ein Festival der Filmemacherinnen ist. […] Nur im historischen Rückblick dominieren noch die Männer, allerdings gibt es auch dabei Bedeutendes zu entdecken.

Stefan Grissemann, profil

 

Verlässlich verwandelt das Filmfestival auf fast gleichbleibendem Niveau Graz in eine Cineasten-Metropole. Also etwas, was die Stadt in den restlichen 359 Tagen des Jahres nun wirklich nicht ist.

Martin Gasser, Kronen Zeitung Steiermark

 

Der „österreichische Film“, dieser Begriff, unter dem die Werke österreichischer Regisseure so gerne subsumiert werden, ist facettenreich, intelligent und erfolgreich. Und das nicht zuletzt durch internationale Erfolge, sondern durch die Qualität, die unsere Filmschaffenden alljährlich abliefern und von der sich die Besucher im Rahmen der Diagonale ein Bild machen konnten. Beeindruckend auch die inhaltliche Vielfältigkeit, mit der die Diagonale aufwartet und so wird auch dem experimentellen Film, der in Österreich eine lange Tradition hat, ausreichend Platz geboten.

Wolfgang Pauker, 80 Kulturzeitung

 

Die Diagonale im März verdeutlichte, wie beeindruckend auch der österreichische Film sein kann.

Horst-Dieter Sihler, Die Brücke

 

Auch dafür ist die Diagonale gut: Immer wieder rückt das in Graz beheimatete Festival des österreichischen Films bisher unbekannte Regisseure in den Blickpunkt, die ihre Projekte abseits traditioneller Förder-Gremien realisieren und auch stilistisch Neuland beschreiten.

Hans Langsteiner, BÜHNE

 

Alle Jahre wieder versammelt sich Branche, Publizistik und filminteressiertes Publikum im vor-frühlingshaften Graz, um den österreichischen Film zu präsentieren, erkunden und diskutieren (und hoffentlich auch bisschen zu streiten). Dass ein Besuch sich heuer unabhängig von der Konjunktur der aktuellen Premieren lohnt, hat Diagonale-Leiterin Barbara Pichler mit teilweise sensationellen Nebenschienen sicher gestellt.

Joachim Schätz, The Gap

 

In its 13th edition, the Austrian film festival Diagonale, which is held every spring in Graz, presented itself not only as a cutting-edge cultural event for cinephiles but also as a vibrant place for professional self-examination.

Zsófia Buglya, Filmtett (Cluj-Napoca/Kolozsvár, RO/HU)

 

Einen wichtigeren Temperaturmesser als dieses Festival zur Bewertung der einheimischen Filmproduktion kann ich mir gar nicht vorstellen. […] Für mich schließt die Diagonale also mit positiven Noten: Die Filme, die ich gesehen habe, schenken mir Hoffnung.

Markus Keuschnigg, fm4.orf.at

 

Dem Wunsch nach guter Projektion wurde die Diagonale heuer durchaus gerecht. […] Die Programmierung war ausgezeichnet und zeigt ein sehr breites Spektrum des österreichischen Filmschaffens.

Ernst Pohn und Wolfgang Ritzberger, mediabiz

 

Dass die Diagonale keineswegs zufällig oder lediglich aufgrund günstiger Rahmenbedingungen in Graz stattfindet, sondern hierher gehört und ganz gezielt auch lokal vorhandenes Potenzial in ihr Programm einbezieht, zeigte bereits im Vorjahr die erfolgreiche Installierung einer Filmklasse, die heuer, wiederum in Kooperation mit der Film und Medien Akademie Graz, fortgeführt wird.

Christian Teissl, Steirische Berichte

 

Dabei überwiegt auch heuer wieder die Auswahl von sehr guten österreichischen Filmen.

Martin Wanko, Vorarlberger Nachrichten

 

Auch in ihrem zweiten Jahr als Diagonale-Intendantin konnte Barbara Pichler angesichts der etwas angespannten Wirtschaftslage, dennoch ein positives Resümee der Diagonale 2010 ziehen.

David Rams, allesfilm.com

 

Nach einer Woche mit wechselnder Witterung stehen die Sieger fest. Es war ein guter Jahrgang, auch jenseits der internationalen Abräumer, […] und ein entspanntes, rundes Festival.

Andrea Winklbauer, artmagazine.cc

 

Intendantin Barbara Pichlers Eröffnungsrede war kurz und unsentimental, sie hat ihr Festival gut im Griff, Organisation und Repräsentation lassen fast nichts zu wünschen übrig.

Willi Hengstler, Korso

 

Besonders auffällig am Festival, das dieses Jahr von 16. bis 21. März in Graz stattgefunden hat, war neben der starken Tendenz zum Dokumentarfilm auch eine Vielzahl von internationalen Koproduktionen. So hat die Diagonale 2010 nicht nur wieder das heimische Filmschaffen ins Licht gerückt, sondern auch durchaus globalen Charakter bewiesen.

Jan Hestmann, filmering.at

 

Ich weiß nicht, ob es Barbara Pichlers bewusste Entscheidung war, das Festival so expansiv zu programmieren, aber ich kann es mir vorstellen, schließlich demonstriert es Offenheit und interkulturelles Verständnis.

Andrey Arnold, movienerd.de

 

Gut so, weiter so! Barbara Pichler war mit ihrer Filmauswahl mutig, manchmal zu mutig, aber erstens ist vieles subjektiv und zweitens: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Natalie Resch, uncut.at