Diagonale
Festival des österreichischen Films
24.–29. März 2020, Graz

 

Kontakt für Anfragen:
Gudrun Jöller
gudrun.joeller@diagonale.at
Tel.: +43 650 52 52 424

Das Programm der kino:CLASS’19 als PDF

Unterrichtsmaterialien als PDF
Diagonale-Kinderkino: Die 3 Posträuber
Programm 1: Pure Vernunft darf niemals siegen
Programm 2: Abtauchen – Technik Leben Subkultur

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kino:CLASS’19

kino:class

Heuer präsentiert die Diagonale zusätzlich zur kino:CLASS zwei neue Filmvermittlungsformate: Das Diagonale-Kinderkino richtet sich an die ganze Familie. Der kino:CLASS:day bietet in außergewöhnlichem Rahmen einen Tag lang Festivalatmosphäre für Schüler/innen.

Am schulfreien Josefitag werden Kindergruppen und Kinder mit deren großen Geschwistern, Eltern und Großeltern ins Kino eingeladen. Andreas Prochaskas Die 3 Posträuber ist eine Krimi-Komödie aus dem Jahr 1998. Die Verfilmung von Christine Nöstlingers Jugendbuch richtet sich an ein Publikum ab 7 Jahren aufwärts. Die anwesenden Filmvermittler/innen gehen in Dialog mit dem jungen Publikum und schaffen einen anregenden Kinobesuch. Pädagogisches Begleitmaterial bietet die Möglichkeit zur Vorbereitung und Nachlese des Films.

Der kino:CLASS:day ermöglicht Schüler/innen einen Besuch im temporär größten Kinosaal Österreichs. Wir freuen uns sehr, dieses beeindruckende Setting, das sonst nur den geladenen Gästen der Diagonale-Eröffnung vorbehalten ist, erstmalig für Schüler/innen zugänglich zu machen. In der Grazer Helmut List Halle laufen auf monumentaler Leinwand zwei unterschiedliche Programmblöcke der kino:CLASS hintereinander.

 

Termine im Überblick

Diagonale-Kinderkino
Dienstag, 19. März 2019, 11 und 15 Uhr
Filmzentrum im Rechbauerkino
Die 3 Posträuber (R: Andreas Prochaska, AT 1998, 91 Minuten)

kino:CLASS:day
Mittwoch, 20. März 2019, 9 – 14 Uhr
Helmut List Halle
Programm 1: Pure Vernunft darf niemals siegen | 71 Minuten
Programm 2: Abtauchen – Technik Leben Subkultur | 83 Minuten

kino:CLASS
Donnerstag, 21. März 2019, 11 Uhr
Filmzentrum im Rechbauerkino
Programm 1: Pure Vernunft darf niemals siegen | 71 Minuten

 

Diagonale-Kinderkino

Dienstag, 19. März 2019, 11 und 15 Uhr
Filmzentrum im Rechbauerkino

Die 3 Posträuber © Einhorn-Film​

Die 3 Posträuber | R: Andreas Prochaska  | AT 1998  | 91 Minuten | OV
„Zwei mutige Mädchen fangen bösartige, brutale, besonders gemeine Verbrecherbande!“, malt sich die 10jährige Ivonka Pivonka die Zeitungsmeldung aus. „Meinst wird es gefährlich?“, fragt ihre beste Freundin Liese. „Ja, sicher!“, schießt Ivonka zurück und weiß noch nicht, wie recht sie hat. Drei Ganoven – der g’rade, der krumme und der schräge Otto – planen einen Postraub. Ivonka und Liese sind den beiden auf der Spur. Bei einem Lauschangriff wird das Mädchen Ivonka von den drei Ottos geschnappt und entführt. Mit Hilfe von zwei Kinderbanden, der Mupferbande und der Schmutzerbande, macht sich Liese daran, den Fall aufzuklären und ihre Freundin zu befreien. Eine rasante Verfolgungsjagd beginnt. „Eine flüssig inszenierte Krimikomödie für die ganze Familie, die sich durch Witz, Tempo, schräge Typen, flotte Musik und tolle Schauspieler/innen auszeichnet.“ — KinoKinderWelten

Die 3 Posträuber ist der erste Spielfilm des österreichischen Erfolgsregisseurs Andreas Prochaska, der bekannt ist durch Filme wie den Horror-Klassiker In 3 Tagen bist du tot (AT 2006), die Komödie Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott (AT 2010) und den Heimatwestern Das finstere Tal (AT 2014). Die 3 Posträuber ist zweifelsohne der Kinderfilmklassiker im österreichischen Kino, nach einem Buch der wohl wichtigsten und einflussreichsten Kinderfilmautorin dieses Landes. So gibt es auch eine Linie zum Eröffnungsfilm der Diagonale’16 Maikäfer flieg, die jüngste Nöstlinger-Adaption für das Kino.

 

kino:CLASS:day

Mittwoch, 20. März 2019, 9 – 14 Uhr
Helmut List Halle

Programm 1: Pure Vernunft darf niemals siegen

Dauer Filmprogramm: 71 Minuten

Monolink – Swallow © Nicola von Leffern

Driften durch die Stadt und durch den Alltag. Wie sich positionieren, wenn äußere Umstände auf junge Lebensrealitäten einprasseln? Wie man sich verhält oder eben nicht verhält, erzählt das Programm anhand von vier Filmen unterschiedlicher Genres. Verweigerung, Widerstand, Ausbruch und Aufbruch sind dabei die bestimmenden Themen. Die jungen Protagonist/innen stehen allesamt vor einem Neubeginn. Sie bewegen sich durch das Zwischenland, das sich öffnet, wenn man Gewohntes hinter sich lässt und das Neue noch nicht greifbar ist. Dabei ist nur eines sicher: Pure Vernunft darf niemals siegen!

Monolink – Swallow | R: Nicola von Leffern | AT/DE/DK 2019 | Musikvideo, 6 Minuten | OmdU
Beengt vom Lebensraum, von den Kleidern, vom eigenen Kopf – wie in einem surrealen Traum fühlt sich die Protagonistin des Musikvideos zu Monolinks Swallow. Entfremdet von sich selbst, zugleich gefangen im eigenen Körper, führt sie mit sich einen inneren Dialog. Dann folgt der Aufbruch, die Stasis weicht der Bewegung, die Lethargie dem Geschwindigkeitsrausch: Mit rotem Haar und im roten Auto lässt sie das alte Leben hinter sich, fährt über Land, durch die Stadt, ans Meer: Weite, Freiheit, Neubeginn, kein Ziel im Blick außer Veränderung. Dabei sind die Bilder, Farben und Texturen, die Nicola von Leffern auf analogem 8mm- und 16mm-Film einfängt, ebenso sinnlich-berührend wie die musikalischen Schichten aus Gitarren, Synthesizern und Gesang, die sich als traumhaft-melancholisches Soundgewebe um die Zuhörer/innen schmiegen.

Anja und Serjoscha | Ivette Löcker | AT 2018 | Kurzdokumentarfilm, 30 Minuten | OmdU
Mariupol liegt im Südosten der Ukraine am Asowschen Meer, nahe der Kriegsfront. In unaufdringlicher Nähe spürt Ivette Löcker (Preisträgerin Großer Diagonale-Preis Dokumentarfilm 2017 für Was uns bindet) der Lebenssituation von Anja und Serjoscha nach, 18 und 19 Jahre alt, die mittendrin sind in einem brüchigen Dazwischen, das mehr abverlangt als stumpfes Abwarten. Unangepasster und eigenwilliger als die anderen üben sie mit einer farbenfrohen Performance öffentlich Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen, während sich Anjas Jobsuche anhaltend schwierig gestaltet. Stück für Stück entfalten Löckers Momentaufnahmen eine Suchbewegung, in der verschmitzter Witz und tiefgreifende Dialoge, Ausgelassenheit und Zukunftsangst einander abwechseln. Anja und Serjoscha, so formuliert es die Filmemacherin selbst, ist die „Zustandsbeschreibung eines möglichen Aufbruchs“.

ENE MENE | R: Raphaela Schmid | AT 2019 | Kurzspielfilm, 17 Minuten
Ein Sommertag. Annas 13. Geburtstag. Ausgerechnet heute stößt ihre kleine Schwester Paula Annas geliebten Hamster unabsichtlich aus dem Fenster. Verzweifelt will Paula das tote Tier wieder zum Leben erwecken. Vielleicht helfen ja die Zaubersprüche, die ihr ihre Tante beigebracht hat. In der Zwischenzeit bereitet Paulas Mutter Isabella akribisch die Torte vor. Alles soll genau so sein wie bei Annas letztem Geburtstagsfest – als Anna noch lebte. Sogar das Haus bemüht sich, wirft die gleichen Schatten in denselben Winkeln, lässt das Licht durch, wo es geht. Isabella kann das nicht verhindern. Sehr feinfühlig dafür, wie Trauerarbeit integrativer Bestandteil im Leben aller Betroffenen bleibt, zeigt ENE MENE unter anderem einen intuitiven Umgang mit Spiritualität. Und der Drehort, das kubistische Haus Dellacher, wirkt dabei (mit) wie ein allwissender Ort, der tröstet.

Zufall und Notwendigkeit | R: Nicolas Pindeus | AT 2018 | Kurzspielfilm, 18 Minuten
Vielleicht gibt es ein Zeitfenster, in dem sich entscheidet, wer man werden wird; in dem die wesentlichen Weichen gestellt werden, unbemerkt, unabsichtlich, unveränderbar, eventuell. Im besten Fall dehnt sich dieses Fenster aus, lässt mehr Raum, schafft mehr Möglichkeiten. „Alles, was im Weltall existiert, ist die Frucht von Zufall und Notwendigkeit“, schrieb Demokrit (angeblich), und der 18-jährige Franz (Laurin Saied) bemerkt zunehmend, woran er scheitert: nämlich lateinamerikanischen Fußball zu schauen, um seinem verstorbenen Vater näher zu sein. Der Erwartung seiner Freundin gerecht zu werden, die mit ihm schlafen möchte. Seiner psychisch erkrankten Mutter eine Stütze zu sein. Doch dann: hier eine Sekundenentscheidung, die richtig ist – und dort eine Berührung, durch die er sich gut erkennen kann. Es wird. Eine leichtfüßige Wiener Evolutionsgeschichte in den letzten Atemzügen der Adoleszenz.

 

Programm 2: Abtauchen – Technik Leben Subkultur

Dauer Filmprogramm: 83 Minuten

Wie das Leben gestalten? Eine Frage als Hochseilakt, die Dokumentarfilm und Spielfilm verbindet. Wie positioniert man sein Leben zur Gesellschaft? Wer bestimmt, was nützlich ist? Soll man sein Handeln leiten lassen von äußeren Erwartungen oder sich widersetzen und abtauchen – in einen Keller oder in das Nachtleben? Das Programm positioniert zwei Filme – Angela Christliebs UNDER THE UNDERGROUND und Durch die Nacht mit von Tim Oppermann und Julia Philomena Baschiera zueinander, die ganz unterschiedliche Antworten auf diese Fragen finden. Sie zeigen auf, wie die tägliche Beschäftigung mit Technik den Zugang zur Welt bestimmt: Von alten medizinischen Geräten und Synthesizern, die im Untergrund umgebaut werden zum immer präsenten Handy, das das Leben aufzeichnet und als Datensatz der Welt und globalen Unternehmen zur Verfügung stellt.

Durch die Nacht mit ©Tim Oppermann

UNDER THE UNDERGROUND | Angela Christlieb | AT 2019 | Kurzdokumentarfilm, 54 Minuten
Chris Janka und sein Bruder Ali sind leidenschaftliche Tüftler, Künstler, Musikliebhaber, Tonfreaks und Elektronerds. Sie haben den leer stehenden Keller eines Fabrikgebäudes, das sie in den 1980er-Jahren bezogen haben, zu einem Ort gemacht, der einmalig ist (nicht nur in Wien): ein kreativer Mikrokosmos der lokalen Subkultur. Doch dem Keller droht nach dreißig Jahren das Aus, der neue Besitzer will den Mietvertrag nicht verlängern. Angela Christliebs Dokumentarfilm führt durch die selbstgebauten und improvisierten Räume des unterirdischen Laboratoriums im 7. Bezirk, Janka Industries genannt, in denen Voodoo Jürgens und Bands wie Petra und der Wolf oder Tankris inmitten eines skurrilen Elektroschrott-Sammelsuriums proben und performen. Ein Musikfilm und eine ultimative Undergroundhommage, die die Magie des Ortes filmisch einfängt. Ein Statement für die Dringlichkeit und die Schönheit von Subkultur.

Durch die Nacht mit | Tim Oppermann, Julia Philomena Baschiera | AT 2019 | Kurzspielfilm, 29 Minuten
Wenn Menschen freudig erlebte Momente auf (zum Beispiel) Instagram teilen, agieren sie dann selbstlos? Sind sie einsam? Oder suchen sie die Likes ihrer Follower, um darin bestätigt zu werden, dass ihr Leben offensichtlich lebenswert ist und sie selbst toll sind? Mit diesen Fragen kann sich Jakob nicht aufhalten, der nächste Teil seiner Fortgeh-Insta-Story will gepostet werden. Dazu muss er sein Date Chiara bitten, noch einmal „das erste Mal“ mit ihm anzustoßen, denn vom Originalmoment gibt es kein Foto. Eventuell ist er also noch gar nicht passiert. Mit 22 Jahren – so alt wie sein Protagonist Jakob – hat Tim Oppermann bereits einige Kurzfilme über die Generation Y gemacht, aber noch nie sah man jemanden so gleichgültig wie gekonnt durch die Nacht / durch das junge Leben / durch das magic dreamland rasen.

 

kino:CLASS

Donnerstag, 21. März 2019, 11 Uhr
Filmzentrum im Rechbauerkino

Programm 1: Pure Vernunft darf niemals siegen

Dauer Filmprogramm: 72 Minuten; siehe kino:CLASS:day Programm 1

 

 


Bei der Vermittlungsinitiative Schüler/innen und Lehrlingsvorstellungen wird die Diagonale vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, dem Land Steiermark Bildung & Gesellschaft, der Kulturvermittlung Steiermark, KulturKontakt Austria, AK Steiermark sowie von unserem Sponsor Energie Graz unterstützt.

Der kino:CLASS:day in der Helmut List Halle wird zusätzlich von AVL Cultural Foundation, G´scheit Feiern, Land Steiermark Kultur, Land Steiermark Bildung & Gesellschaft sowie BMBWF unterstützt. Medienpartner: Kleine Zeitung, Radio Helsinki 92.6 – Freies Radio Graz. Weiters bedanken wir uns für die Zusammenarbeit bei folgenden Partnern: HLW Schrödinger, LBS Feldbach, ABZ Graz-Andritz.