Diagonale
Festival des österreichischen Films
13.–18. März 2018, Graz

Filmprogramm | Spielplan | Regisseur/innen


Freitag, 31.03.
21:00 Uhr, Rechbauer

Rimini

Spielfilm, AT 2008, 83 min
Sammelprogramm: Zur Person Andi Winter: Rimini

Das fängt ja gut an: Da schmeißt ein Projektleiter der Automobilindustrie, eine Figur wie aus einem Roman von Houellebecq, den Krempel hin. Und ein Polizist, der in seiner Sturheit jedem Krimiklassiker entsprungen sein könnte, gibt partout nicht auf. Das hört auch gut auf: Sonnenaufgang über dem Meer in Italien. Und dazwischen: zwei Männer auf verlorenen Posten, lauter überraschende Wendungen, eine verwirrende, unterhaltsame und überhaupt sehr österreichische Mischung aus Polizeifilm, YouTube, Identitätssuche, Kottan, Studentenfilm …
(Auszug aus der Jurybegründung „First Steps“ 2008)

Es war die Diagonale’09, als Rimini Premiere feierte und zu einem kleinen Überraschungshit avancierte – ein Film über Männlichkeitskrisen, der mit einmontierten Handyvideos die Schwierigkeit, zeitgenössische Figuren dingfest zu machen, behandelt. Besonders bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die lakonisch-originelle Darstellung von Andi Winter in seiner ersten und bisher einzigen Hauptrolle in einem Kinofilm: „Mit großer Gelassenheit schickt Autor und Regisseur Peter Jaitz seine getriebenen Figuren ins Rennen um ihre Existenz. Der Film bleibt dabei immer sparsam in den Mitteln – genau wie die Schauspieler/innen. Andreas Winter bringt als Alex ohne große Worte, allein mit seiner Mimik alle Leere und Langeweile auf die Leinwand“, liest sich eine Kritik von Thomas Mang (SR-Online.de).
Mit dem Vorfilm erweisen wir einmal mehr dem Schauspieler Andi Winter Reverenz. Fur ist eines von zahlreichen Beispielen seiner Zusammenarbeit mit der steirischen Band Killed by 9V Batteries (Siluh Records) rund um Gitarrist Wolfgang Möstl.

Es geht in meinem Film um Beobachtung und Selbstbeobachtung anhand zweier Schicksale. Alex, ein erfolgreicher Projektleiter eines Autoteilezulieferers, und der Kriminalbeamte Hans, den eine handgreifliche Entgleisung aus seinem geordneten Leben wirft, versuchen, mit mehr oder weniger tauglichen Mitteln ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen.
(Peter Jaitz)

Zur Person
Wer ist Andi Winter? Ein Phantom? Keineswegs. Mit Andi Winter widmet sich die Programmschiene „Zur Person“ einer Integrationsfigur aus der vermeintlich „zweiten Reihe“. Als Filmvorführer, Cutter, Color Grader, Schauspieler, Regisseur, Vernetzer, Kameramann und -assistent ist Winter an Produktionen unterschiedlicher Größe und Ausrichtung beteiligt. Zu behaupten, der österreichische Filmkosmos drehe sich nicht selten um integrative Multitalente wie Andi Winter, ist vor diesem Hintergrund beileibe nicht zu hoch gegriffen. „Zur Person’17“ – ein „Working Class“-Spotlight mit einem sehenswerten Querschnitt aus Spielfilmen, Musikvideos und experimentellen Arbeiten von, mit und rund um Andi Winter. 

Regie: Peter Jaitz
Buch: Peter Jaitz, Libertad Hackl
Darsteller/innen: Andi Winter, Robert Reinagl, Sissi Noé, Lara Felsenreich, Clemens v. Baeckmann
Kamera: Michael Schindegger
Schnitt: Anja Schürenberg
Ton: Thomas Egger, Matthias Ermert, Wolfgang Mohaupt
Musik: Alexander Kral
Sounddesign: Thomas Egger, Laura Endress
Produzent/innen: Lucia Schrenk
Produktion: Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Abteilung Film und Fernsehen