Diagonale
Festival des österreichischen Films
28. März–2. April 2017, Graz

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Donnerstag, 10.03.
23:00 Uhr, Schubertkino 1

Surf Nazis Must Die

Spielfilm, US 1987, 80 min, eOF

„Waldheim-SS“ führt in Film Krieg gegen Amerika! Kalifornien ist durch ein Erdbeben verwüstet, da landen auf Surfbrettern (!) Invasionstruppen in SS-Uniformen. Ihr Banner ist rot-weiß-rot mit einem Hakenkreuz darauf, Österreichs Nationalfarben sind auf den Armbinden der Eroberer, selbst auf den Surfbrettern zu sehen.

Es kommt noch dicker: Die Kommandanten der wildgewordenen Schutzstaffel heißen Adolf, Mengele und Eva, und als die bedrängten Kalifornier entsetzt ausrufen: „Die Deutschen sind da!“, ernten sie nur die höhnische Antwort: „No, wir sind die SS aus dem Waldheim-Reich Austria und kommen, die Welt von den Juden zu befreien!“
Was sich solcherart liest wie die Ausgeburt eines wildgewordenen Schundliteraten für ein bestenfalls infantiles Publikum, ist ein Reißer aus der untersten Schublade Hollywoods und war ein Verkaufsschlager bei den internationalen Filmfestspielen in Cannes. Surf Nazis Must Die war immerhin für die „Goldene Kamera“ nominiert und erhielt von dem südfranzösischen Massenblatt „Globe“ den Publikumspreis. Der Film wurde an 25 Länder verkauft.
Die Produzenten mit offenbar feinfühligen Antennen für neueste Weltpolitik haben schnell geschaltet und einen Greuelpropagandafilm fabriziert, der seinesgleichen sucht.
Der Schluß des Machwerks ist so gestaltet, daß eine Fortsetzung jederzeit möglich ist. Angeführt von einer muskulösen Amazone namens „Leroy’s Mama“ werfen die tapferen Kalifornier die bösen Österreicher zurück ins Meer, wo die rot-weiß-rote Flotte neuen Untaten entgegensegelt. (Neue Kronen Zeitung, 24. Mai 1987)

In Kooperation mit VICE 

Regie: Peter George
Buch: Jon Ayre, Peter George
Darsteller/innen: Barry Brenner, Gail Neely, Michael Sonye, Dawn Wildsmith, Tom Shell, Dawne Ellison, Bobbie Bresee u.a.
Kamera: Rolf Kestermann
Schnitt: Craig A. Colton
Ton: Robert Janiger
Musik: Jon McCallum
Sounddesign: Dane Dans
Produzent/innen: Robert Tinnell
Produktion: Troma Entertainment