Diagonale
Festival des österreichischen Films
19.–24. März 2019, Graz

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Die Werkstürmer
Spielfilm, AT 2013, Farbe, 94 min., OmeU
Diagonale 2014

Regie, Buch: Andreas Schmied
Darsteller/innen: Michael Ostrowski, Hilde Dalik, Oliver Rosskopf, Holger Schober, Manuel Rubey, Carola Pojer u.a.
Kamera: Petra Korner
Schnitt: Hannes Anderwald
Originalton: Odo Grötschnig
Musik: Bernd Jungmair, Markus Gartner, Stefan Jungmair
Sounddesign: Thomas Pötz
Szenenbild: Martin Reiter
Kostüm: Theresa Ebner-Lazek
Produzent/innen: Franz Novotny, Alexander Glehr
Produktion: Novotny & Novotny Filmproduktion

 

Bestes Kostümbild 2014

Wenn David gegen Goliath … Seit der Investmentriese Inneholm das lokale Stahlwerk übernommen hat, geht es in der „Bude“ drunter und drüber. Die Arbeiter/innenschaft probt den Aufstand, und Babs kehrt als Gewerkschaftsanwältin und Lohnverhandlerin zurück in die Heimat. So avanciert die Situation für Fußball-Aficionado Patrick gleich zum doppelten Endspiel: um den Erhalt des Stahlwerks einerseits, um seine Ex und einzig wahre Liebe Babs andererseits. Eine märchenhafte Sozialkomödie voll steirischem Lokalkolorit.

www.diewerkstuermer.at, www.thimfilm.at

Filmgespräch mit: Andreas Schmied

Katalogtext Diagonale 2014:
Wien gegen Falkendorf, das nenn’ ich Brutalität. Wenn sich dann auch noch ein Konzern in die Geschäfte des lokalen Stahlwerks einmischt, darf getrost von internationaler Härte gesprochen werden. Seit der Investmentriese Inneholm den Familienbetrieb übernommen hat, geht es in der „Bude“ drunter und drüber. Die Lohnverhandlungen laufen alles andere als rund, und eines Tages finden sich die braven Hackler/innen sogar ausgesperrt vor den Betriebstoren wieder. Eine von ihnen, Babs, hat einst die eingeschworene Gemeinschaft in Richtung Wien verlassen. An der Seite ihres dezent schnöseligen Ehegatten in spe kehrt sie als Gewerkschaftsanwältin zurück in die Heimat. So weit, so gut – wäre da nicht Patrick, ihr Ex, mit seiner besonderen Vorliebe für Fußballmetaphern. Nachdem er seiner Babs im grobsteirischen Übereifer einst die Rote Karte gezeigt hat, sehnt er sich zurück an ihre Seite und nützt den Aufstand, um sich noch einmal als Teamplayer anzubieten. Jedes Spiel dauert neunzig Minuten, sagt man (Verlängerung nicht ausgeschlossen), und noch scheint nicht alles verloren. So entwickelt sich das Wiedersehen zum zweifachen Endspiel: um den Erhalt der „Stahlbude“ einerseits und um die einzig wahre Liebe andererseits.

Andreas Schmied inszeniert eine Sozialkomödie nah am Märchen, voll steirischem Lokalkolorit und einer gehörig wohlgesonnenen Portion Arbeiter/innenschaftsnostalgie. Wie sagt Neo-Working-Class-Hero Michael Ostrowski beim provinziellen High Noon am Mittagstisch zu Manuel Rubey (herrlich glitschig in der Rolle des gewissenlosen Investmenthais mit Austria Wien-Vergangenheit): „Wo sind’s denn falsch abbogen im Leben?“ Falkendorf: 1, Wien: 0. Wenn David gegen Goliath … (red)