Diagonale
Festival des österreichischen Films
19.–24. März 2019, Graz

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Der Zuhälter und seine Trophäen
Dokumentarfilm kurz, AT 2014, Farbe, 21 min., dtOF
Diagonale 2014

Regie, Buch: Antoinette Zwirchmayr
Darsteller/innen: Stimmen: Wolfram Berger, Julia Dossi
Kamera: Rosa John
Schnitt: Antoinette Zwirchmayr, Rosa John
Musik: A Thousand Fuegos, Squalloscope
Produzent/innen: Antoinette Zwirchmayr, Carmen Weingartshofer

 

Diagonale-Preis Kurzdokumentarfilm 2014

Ein Familienporträt und Sittenbild: In den 1970ern galt Zwirchmayrs Großvater als „renommiertester“ Zuhälter Salzburgs. In einem formal reduzierten Essay nähert sich die Enkelin dessen Lebenswelt an: dem Familienmenschen, Jäger und Unterweltstrizzi. Dabei korrespondiert die Bildebene mit der Künstlichkeit der Zuhälterfassade – voll zärtlicher Faszination, voll widerspenstiger Ablehnung.

www.antoinettezwirchmayr.com

Filmgespräch mit: Antoinette Zwirchmayr

Katalogtext Diagonale 2014:
„An sich ist ein Bordell ein Geschäft wie jedes andere.“ In den 1970er­ Jahren galt Antoinette Zwirchmayrs Großvater als „renommiertester“ Zuhälter Salzburgs. Mit derselben Selbstverständlichkeit seiner einführenden Aussage tastet
 die Kamera das zur Künstlichkeit überhöhte Interieur eines Rotlicht­-Etablissements ab. Spiegel drängen sich als wiederkehrendes Sujet ins Bild, unterbrochen von Stillleben nackter Frauenkörper. Immer wieder illustriert Zwirchmayr das Thema der Prostitution mit dem Motiv der Jagd: Der Mensch habe das ganze Jahr über Brunftzeit, wird der Großvater zitiert, und eine Jagdgesellschaft posiert als Tableau vivant in einer Winterland­ schaft. In der Montage von persönlichen Erinnerungen und Dokumenten zeichnet die Enkelin ein formal experimentelles Porträt und gesellschaftliches Sittenbild – voll zärtlicher Faszination, voll widerspenstiger Ablehnung. (red)