Diagonale
Festival des österreichischen Films
19.–24. März 2019, Graz

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Das große Museum
Dokumentarfilm, AT 2014, Farbe, 94 min., OmeU
Diagonale 2014

Regie: Johannes Holzhausen
Buch: Johannes Holzhausen, Constantin Wulff
Kamera: Joerg Burger, Attila Boa
Schnitt: & Dramaturgie: Dieter Pichler
Originalton: Andreas Pils, Andreas Hamza
Sounddesign: Andreas Hamza
Weitere Credits: Regieassistenz: Ursula Henzl Produktionsleitung: Hanne Lassl
Produzent/innen: Johannes Rosenberger
Produktion: Navigator Film

 

Beste Bildgestaltung Dokumentarfilm 2014

Beste künstlerische Montage Dokumentarfilm 2014

Das große Museum ist ein neugieriger, verschmitzt-humorvoller Blick hinter die Kulissen einer weltberühmten Kulturinstitution. Über zwei Jahre hat sich Johannes Holzhausen im Kunsthistorischen Museum in Wien mit seinem Filmteam umgesehen. In aufmerksamem Direct-Cinema-Stil – ohne Offkommentar, Interviews oder Begleitmusik – beobachtet der Film die vielgestaltigen Arbeitsprozesse, die daran mitwirken, der Kunst ihren rechten Rahmen zu geben. (Produktionsmitteilung)

www.dasgrossemuseum.com, www.navigatorfilm.com, www.stadtkinowien.at

Filmgespräch mit: Johannes Holzhausen

Katalogtext Diagonale 2014:
Ein Panoramaschwenk über das touristische Herz von Wien. Herrschaftlich thront hier nebst Hofburg und Heldenplatz das Kunsthistorische Museum, dessen Innenräume der äußerlichen Monumentalität um nichts nachstehen. Tatsächlich werden die Dimension und die Symbiose von Sammlung und Gebäude erst in Johannes Holzhausens ausgedehnten Plansequenzen erfahrbar. Hinter jeder Ecke, so scheint es, ein neuer Arbeitsbereich: Forschung, Restauration, Finanz, Leitung, Archivierung ... Allein der Lastenlift böte Platz für überschaubaren Galeriebetrieb.

Holzhausen gewährt Einblick in das Flaggschiff der österreichischen Kunstvermittlung. Im Stil des Direct Cinema durchmisst er jene Räume, in denen Kunst und Kunstschätze sowohl adäquat gepflegt und restauriert als auch zeitgemäß präsentiert werden. Ganz ohne Interviews, Offkommentar oder Offmusik entwickelt Das große Museum seine Dynamik direkt aus der Institution und deren charismatischen Protagonist/innen heraus: der Chefetage, die zwischen Anspruch und Machbarkeit um budgetäre Balance und Konkurrenzfähigkeit bemüht ist, den Putzkräften, die inmitten der atemraubenden Stille eigenwillig verloren wirken, den Restaurator/innen, die sich vermittels beinahe kriminalistischer Deduktion den Entstehungsgeschichten einzelner Gemälde annähern ...

Über zwei Jahre hat Holzhausen die Renovierungsarbeiten im Kunsthistorischen Museum, gipfelnd in der Eröffnung der Kunstkammer, begleitet und diesen übergreifenden Erzählbogen mit ungemein spannenden Mikrodramen unterfüttert. So ist ein lustvolles, dramaturgisch subtiles Porträt eines Gebäudes entstanden, das mit seinem einzigartigen Spagat zwischen zeitloser Vermittlung und Habsburg-Erinnerung bis weit über die Grenzen Wiens hinausstrahlt. (red)

Ich weiß noch, wie ich mit 16 von Salzburg nach München gefahren bin und meine erste große Kunstausstellung gesehen habe. Es war für mich unfassbar, dass sich mir in einem Gemälde plötzlich eine andere Wahrnehmung der Welt zeigt. Das habe ich dann auch im Kino wiedergefunden, diese Erfahrung, wenn man den Saal verlässt und merkt, etwas hat sich verändert.
 In dieser Hinsicht gehören für mich bildende Kunst und Kino zusammen. Und ich fände es toll, wenn Das große Museum etwas von dieser Begeisterung mitteilt. (Johannes Holzhausen)