Diagonale
Festival des österreichischen Films
19.–24. März 2019, Graz

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Das ewige Leben
Spielfilm, AT/DE 2015, Farbe, 122 min., OmeU
Diagonale 2015

Regie: Wolfgang Murnberger
Buch: Josef Hader, Wolfgang Murnberger, Wolf Haas nach dessen gleichnamigem Roman
Darsteller/innen: Josef Hader, Tobias Moretti, Nora von Waldstätten, Roland Düringer, Christopher Schärf, Margarethe Tiesel, Johannes Silberschneider, Hary Prinz, Saša Barbul u.a.
Kamera: Peter von Haller (BVK)
Schnitt: Evi Romen
Originalton: Heinz K. Ebner
Musik: Sofa Surfers (Wolfgang Frisch & Markus Kienzl)
Sounddesign: Ingo Pusswald, Mischung: Michael Kranz
Szenenbild: Renate Martin, Andreas Donhauser
Kostüm: Martina List
Produzent/innen: Danny Krausz, Kurt Stocker
Produktion: Dor Film
Koproduktion: Dor Film-West

 

Bestes Kostümbild 2015

Brenner (Josef Hader) kehrt nach Graz zurück, in die Stadt seiner Jugend. In der Konfrontation mit seinen Jugendfreunden, seiner Jugendliebe und seiner großen Jugendsünde kommt es zu Morden und einem verhängnisvollen Kopfschuss. Als Brenner aus dem Koma erwacht, macht er sich auf die Suche nach seinem Mörder – obwohl alle behaupten, er sei es selbst gewesen. Am Anfang war Brenner am Ende, aber am Ende könnte er vor einem neuen Anfang stehen. (Produktionsmitteilung)
www.dasewigeleben.at, wwww.lunafilm.at

Katalogtext Diagonale 2015:
„Sie san obdachlos, sie san ned krånkenversichert, sie san ned sozialversichert, sie håm ka Bankkonto – sie san a U-Boot“, stellt die Pensionsversicherungsangestellte Simon Brenner vor die nackten Tatsachen seines Lebens. Brenner (Josef Hader) kehrt als gescheiterte Existenz in seine Heimatstadt Graz zurück, in das abbruchreife Haus seiner Mutter, das Letzte, was ihm noch geblieben ist. Nicht im Traum wäre ihm eingefallen, dass er eines Tages hierher zurückkommen würde. Beim Einschalten der Elektroheizung gleich ein Kurzschluss, die Katze stiehlt sein Dosenfleisch – kurzum, tiefer könnte er nicht sinken. Als er seinen alten Freund Köck (Roland Düringer) aus der Polizeischule – jetzt dubioser Altwarenhändler – aufsucht, um sich Geld zu borgen, ist die Vergangenheit wieder in seinem Leben. Auch Aschenbrenner (Tobias Moretti), sein ehemaliger Kollege und nunmehr Leiter des Kriminalamts, stattet ihm einen unangenehmen nächtlichen Besuch ab. Am nächsten Morgen wacht Brenner mit einem Kopfschuss im Spital auf und weiß nicht, wie ihm geschehen ist. Doktorin Irrsiegler (Nora von Waldstätten) kümmert sich indes um den Rekonvaleszenten. Doch dann findet Brenner Köck tot in dessen Lagerhalle, und es entspinnt sich ein Verwirrspiel, in dem Täter und Opfer, Freund und Feind nicht mehr klar zu unterscheiden sind.

Wolfgang Murnberger inszeniert in seiner vierten Wolf-Haas- Verfilmung seinen traurigen Antihelden am Rande des Abgrunds. Von allen Seiten traktiert wird er in den Schlund seiner früheren Lebensgeschichte hineingezogen und mit einer geheimen Jugendsünde konfrontiert. Die Erinnerungen an die Jugend, die in Brenners beeinträchtigtem Gedächtnis aufflackern, werden untermalt von den mal bedrohlichen, mal einen Hoffnungsschimmer am Horizont andeutenden elektronischen Sounds der Sofa Surfers (Wolfgang Frisch & Markus Kienzl). Ein Krimi, in dem alles und jede/r wie in einer Dorfgemeinschaft zusammenhängt. (mh)

Also richtig sympathisch ist der Brenner nicht. Man kann ihn vielleicht mögen, in seinem Trotz und in seinem würdevollen Scheitern, aber der totale Sympathieträger ist er nicht. Der Brenner ist im Prinzip keine Figur, die nur allein für sich funktioniert. Da spielt das Umfeld ganz stark mit. Das bedeutet, zu den Geschichten von Wolf Haas kommt das Tragisch-Komische von mir, das dann mit diesem typischen Murnberger-Stil verfilmt wird, der alles nicht so edel nimmt. Das spielt alles miteinander. (Josef Hader)