Diagonale
Festival des österreichischen Films
13.–18. März 2018, Graz

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Bad Fucking
Spielfilm, AT 2013, Farbe, 108 min.
Diagonale 2014

Regie: Harald Sicheritz
Buch: Harald Sicheritz nach einem Roman von Kurt Palm
Darsteller/innen: Martina Ebm, Wolfgang Böck, Michael Ostrowski, Adele Neuhauser, Johannes Silberschneider, Thomas Stipsits, Gerhard Liebmann u.a.
Kamera: Helmut Pirnat
Schnitt: Paul Sedlacek
Musik: Lothar Scherpe
Sounddesign: & Ton: Philipp Mosser
Szenenbild: Bertram Reiter
Kostüm: Bina Daigeler
Produzent/innen: Kurt J. Mrkwicka, Oliver Auspitz, Andreas Kamm
Produktion: MR-Film

 

Ehebruch, Erpressung, Korruption, Mord und Totschlag; totales Chaos, gute Luft und schlechter Sex. Im wenig idyllischen Luftkurort mit dem schlüpfrig-zweideutigen Namen hat jede/r ein schmutziges Geheimnis, denn „es gibt viel mehr verzweifelte Leute, als man glauben möchte“ (Filmzitat). Harald Sicheritz verfilmt den Erfolgsroman von Kurt Palm als Brachialkomödie mit einem Großaufgebot an Publikumslieblingen.

www.thimfilm.at

Katalogtext Diagonale 2014:
Es gibt viel mehr verzweifelte Leute, als man glauben möchte. (Filmzitat)

Der österreichische Kinokassenschlager der Saison 2013/14: Wohin man auch blickt, überall abgründige Persönlichkeiten. Ehebruch, Erpressung, Korruption, Mord und Totschlag – das alles (und noch viel mehr) gehört in der beinahe bis zur Unkenntlichkeit karikierten urösterreichischen Ortschaft Bad Fucking zum Alltag: Da werden windige Pläne zur Geldbeschaffung geschmiedet, verharrt die Gendarmerie in vollkommener Geistlosigkeit, begeilt sich ein dauercholerischer Bürgermeister an der eigenen Allmacht. Alles ganz normal.

Keine Frage: Das Provinzkaff Bad Fucking hat die besten Zeiten längst hinter sich. Seit mittlerweile drei Jahren kräht kein Hahn mehr nach dem ehemals beliebten Wallfahrtsort für Freund/ innen des gepflegten Wortspiels (was gibt es auch Lustigeres als ein Foto nebst schlüpfrig-zweideutiger Ortstafel?). Nach einem Felssturz versiegten die Tourist/innenströme und mit ihnen die einzige Einkommensquelle der Ortsbevölkerung. Seitdem ist die allzu verhaltensauffällige Dorfgemeinschaft auf der Suche nach immer neuen Wegen der Ego- und Lustbefriedigung: jede/r für sich und jede/r gegen jede/n.Mit einem Großaufgebot an österreichischen Publikumslieblingen (von Adele Neuhauser und Wolfgang Böck über Michael Ostrowski bis hin zu Thomas Stipsits und Johannes Silberschneider) hat Harald Sicheritz den gleichnamigen Erfolgsroman von Kurt Palm verfilmt. Anstelle der feinen Klinge regiert in Bad Fucking der (komödiantische) Vorschlaghammer – wie der Versuch einer Reminiszenz an den Brachialhumor früherer österreichischer Kabarettfilme. „Ideal für: Freund/innen von Austro-Farcen im knalligen Harald-Sicheritz-Stil, die in Kauf nehmen, dass der schrille Spaß der Story immer dunkler und dunkler wird“ (Gunther Baumann, filmclicks.at). (red)

Ein Sittenbild – aber eines, das nicht den Gesamtzustand der österreichischen Idyllenfolklore kritisch beleuchtet, sondern vor allem jenen der heimischen Kinogroteske. (Stefan Grissemann, profil)