Diagonale
Festival des österreichischen Films
19.–24. März 2019, Graz

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Aus einem nahen Land
Dokumentarfilm, AT 2015, Farbe, 80 min.
Diagonale 2015

Regie, Buch, Kamera, Schnitt: Manfred Neuwirth
Originalton: Dariusz Kowalski, Tim Oppermann
Musik: Christian Fennesz
Produzent/innen: Manfred Neuwirth
Produktion: loop media
Koproduktion: Medienwerkstatt Wien

 

Bestes Sounddesign Dokumentarfilm 2015

Beste Bildgestaltung Dokumentarfilm 2015

Schauplatz des Films ist Kritzendorf und Umgebung, eine kleine Gemeinde an der Donau nordwestlich von Wien. Familie Vitovec, die Nachbar/innen des Filmemachers, leben vom Weinbau. Eine harte Arbeit. Manfred Neuwirth erkundet ihm vertrautes Terrain, doch manche Bilder von Aus einem nahen Land muten so unwirklich an, als handle es sich um Science-Fiction. Ein experimenteller Dokumentarfilm in 24 Einstellungen.
(Produktionsmitteilung)
www.manfredneuwirth.at, www.medienwerkstatt-wien.at

Katalogtext Diagonale 2015:
Ausgangsort ist die niederösterreichische Gemeinde Kritzendorf an der Donau. Aus dem anfänglichen Dunkel taucht die Kamera in eine satte Weide voller Schafe, die sich um einen Baum herum gruppieren. Die Sonne färbt die Landschaft in mediterranes Rot, das Blöken der Herde vermischt sich mit Wind- und Wasserrauschen zur ländlichen Klangidylle. In Aus einem nahen Land begibt sich Manfred Neuwirth in eine ihm vertraute Umgebung und eröffnet in 24 Einstellungen einen Mikrokosmos, den er, gleich dem Häuten einer Zwiebel, Schicht um Schicht freilegt. Die jeweils dreiminütigen Miniaturen erzählen unter anderem von der Weinbaufamilie Vitovec, den Nachbar/innen des Regisseurs. Vom Aufstellen neuer Rebzeilen über das Zurechtstutzen der Weinstöcke bis hin zur Weinlese und zum Abfüllen von Hand erfährt man vieles über ihre anstrengende Arbeit. Das Bild bewegt sich dabei zweieinhalbmal langsamer als der Ton, das Off wird derart zum unsichtbaren, jedoch unmittelbar fühlbaren Raum erweitert. In der Bewegung zurückhaltend wandert die Kamera wie ein Pendel durch die Beschaffenheit des Terrains, um das Geschehen immer wieder neu zu erkunden. Zwischendurch ruht der Blick auf einem Stapel von Holzscheiten oder einem Kornfeld, Umgebungsgeräusche wie das Zirpen der Grillen werden mit noisig-ambienten Samples von Christian Fennesz unterlegt, was mitunter so bedrohlich klingt, als wäre man in einem Science-Fiction-Film. Es sind genau diese Pausen, die dem Film seine Identität verleihen und seine Betrachter/innen eins mit der Umgebung werden lassen. (mh)

Ich pendle im Leben und in meiner künstlerischen Arbeit gerne zwischen Ferne und Nähe – derzeit meinem engsten Lebensumfeld. Ein Bauernhof, etwa einen Kilometer von meinem Wohnhaus entfernt, ist Ausgangspunkt für die langsame Annäherung an ein Territorium, das mir vertraut erscheint, aber dort am spannendsten wird, wo es sich mir neu preisgibt. Ich bin Forscher, Archivar, Fotograf, Tonsucher. In meiner Auswahl führen die Spuren zu Personen, zu Orten, zu Landschaften, zu Arbeit und Ruhe. Ich suche die Verzahnungen, die Möglichkeiten der Montage, die Form des Films. (Manfred Neuwirth)