Diagonale
Festival des österreichischen Films
13.–18. März 2018, Graz

Universalove
Spielfilm, AT/LU/RS 2008, Farbe, 80 min., OmeU
Diagonale 2016

Regie: Thomas Woschitz
Buch: Thomas Woschitz
Darsteller/innen: Anica Dobra, Dušan Ašković, Damian Smith, Sri Gordon, Daniel Plier, Sascha Migge u. a.
Kamera: Enzo Brandner
Schnitt: Thomas Woschitz
Ton: Carlo Thoss
Musik: Naked Lunch
Produzent/innen: Gabriele Kranzelbinder, Pol Cruchten, Jeanne Geiben, Miroslav Mogorović
Produktion: KGP Kranzelbinder Gabriele Production
Koproduktion: Red Lion, donaufestival.at, Art & Popcorn

 

Liebe passiert. Liebe findet statt. Egal ob bei Julie und Rashid, bei Satoshi, Maria, Mona oder Greg. Egal ob in Marseille, Tokio, Brasilien, Belgrad oder Brooklyn. Seltsame Liebe. Wahre Liebe. Verrückte Liebe. Verzweifelte Liebe. Überall. In jedem Moment. Universalove ist eine globale Love-Story.
„But, after all, it’s a musical for people who could never watch a musical (Thomas Woschitz).“


Mit Universalove probiert Thomas Woschitz das scheinbar Unmögliche. In sechs Episoden, die in sechs verschiedenen Ländern spielen, verhandelt er das wohl universellste Thema der Welt: die Liebe. Die im Verhältnis zum Bild völlig gleichberechtigte Filmmusik steuerten Naked Lunch bei.
(mica.at)

Universalove ist eine globale Liebesgeschichte. In Marseille schlägt Julies Herz, wenn sie an ihren Rashid denkt, mit derselben sehnsüchtigen Intensität wie jenes des japanischen Mannes, wenn seine Augen endlich wieder seine Angebetete erblicken, die in einer Suppenküche in Tokio arbeitet. Liebe kann ein Strohfeuer sein, wie die zum Star einer Telenovela in Rio. Oder eine beständige, starke Flamme, die einem Paar in Belgrad die Kraft gibt, um seine Existenz zu kämpfen. Da ist der Taxifahrer in Brooklyn, dessen verlangende Gedanken an eine schöne Frau ihn an den emotionalen Abgrund eifersüchtiger Liebe führen. Oder der seriöse ältere Gentleman in Luxemburg, der es endlich, endlich schafft, seine wahren Gefühle für einen jungen Mann zu zeigen. Liebe passiert. Liebe findet statt. Seltsame Liebe. Wahre Liebe. Verrückte Liebe. Verzweifelte Liebe. Überall. In jedem Moment.
(Produktionsmitteilung)

Das zweite universelle Motiv neben der Liebe ist Hinfälligkeit und Desolatheit: Autos springen nicht an, TV-Geräte produzieren weißes Rauschen, Computer gehen kaputt, und Brautkleider verursachen Ohnmacht. Diese labile Grundverfasstheit passt gut zur bevorzugten Stimmungslage von Naked Lunch, die Universalove mit Originalsongs ausgestattet haben. Der mit einem Max Ophüls Preis ausgezeichnete Film ist nicht die erste Zusammenarbeit von Regisseur Thomas Woschitz und der Kärntner Band: Schon zu Die Josef-Trilogie (1995–2004, siehe S. 192) steuerte letztere eine Nummer bei. Sperrstunde hieß eine mittellange Arbeit von 2005, eine Sammlung nächtlicher Szenen und Begebenheiten, die Naked Lunch durchgängig vertonten (und die Enzo Brandner fotografierte, der für Universalove bei der Diagonale einen Kamerapreis erhielt).
(Isabella Reicher, Der Standard)

Thomas Woschitz entwickelt in seinem virtuos verschränkten Episodenfilm aus der Ästhetik der Musikvideos eine junge, eigensinnige Erzählweise. Jeder seiner Figuren schenkt er einen je eigenen Bilderkosmos, einen eigenen Rhythmus, eine eigene Atmosphäre. Und am Ende hält die Welt vor lauter Liebe für einen Augenblick den Atem an.
(Max Ophüls Preis 2009, Jury-Statement)

Archivsuche

Suchen nach:
Jahr:
Titel:
Genre: