Diagonale
Festival des österreichischen Films
13.–18. März 2018, Graz

FtWTF - Female to What The Fuck
Dokumentarfilm, AT 2015, Farbe, 92 min., OmeU
Diagonale 2016

Regie: Katharina Lampert, Cordula Thym
Buch: Katharina Lampert, Cordula Thym
Darsteller/innen: Nick Prokesch, Dorian Bonelli, Mani Tukano, Gin Müller, Persson Perry Baumgartinger, Hans Scheirl, Denice Bourbon , Gorji Marzban
Kamera: Judith Benedikt
Schnitt: Niki Mossböck
Ton: Johanna Kirsch
Musik: Veronika Eberhart, Armin Lorenz
Sounddesign: Cordula Thym
Weitere Credits: Tonmischung: Uli Grimm, Postproduktion: av-design, Animationen: Nick Prokesch
Produzent/innen: Katharina Lampert, Cordula Thym
Produktion: Katharina Lampert, Cordula Thym

 

FtWTF – Female to What the Fuck stellt sechs Protagonisten* vor, die ihre Trans*-Identität auf ebenso unterschiedliche wie über die Jahre sich verändernde Weise leben. Der Film bricht mit dem voyeuristischen Blick von außen und ersetzt ihn durch die empowernde, selbstreflexive Perspektive der Porträtierten. Mit Leichtigkeit und frei von pathetischen Gesten vermittelt er ein Verständnis von Trans* als einem Ort, von dem aus die universellen Fragen des Lebens neu gestellt werden: Wer bin ich, wer möchte ich sein?

Die Selbstentwürfe reichen vom „Trans*-Boy“ bis zum „queeren Trans*- Mann mit lesbischem Migrationshintergrund“. Sie beanspruchen ein „Sowohl-Frau-als-auch-Mann- Sein“ im herrschenden Geschlechtersystem oder aber räumen mit dem Irrtum auf, als Trans*-Mann auch eine konventionelle Männlichkeit repräsentieren zu wollen.
Ganz bewusst fängt FtWTF dort an, wo viele andere Porträtfilme zu Trans* aufhören, und fokussiert daher eben nicht das Coming-out oder den Prozess der mittels Hormoneinnahme und Operation eingeleiteten Geschlechtsangleichung. Die Operation als Wendepunkt, nach dem das „Trans*-Paradies“ wartet, entlarven die Protagonisten* ohnedies als Illusion, auch wenn sie für manche einen notwendigen Schritt darstellt, um mehr „Ich“ zu werden. „Nach der Transition gibt es nicht“, erläutert etwa Dorian Bonelli. „Die hast du nie hinter dir.“
Mit Leichtigkeit und frei von pathetischen Gesten vermittelt FtWTF ein Verständnis von Trans* als einem Ort, von dem aus die universellen Fragen des Lebens neu gestellt werden: Wer bin ich, wer möchte ich sein? Die Schauplätze, in denen sich die individuellen Lebensentwürfe entfalten, erstrecken sich dabei über die verschiedensten Orte: auf und hinter den Performancebühnen der Wiener Queer- Szene, auf den Straßen der Stadt, in Streifzügen durch einsame Industriegelände, im beschaulichen ländlichen Idyll. In einem Nebenstrang erzählen animierte Comicepisoden von Nick Prokesch von den Absurditäten, die dem dichotomen Geschlechtermodell innewohnen. Der Film bricht mit dem voyeuristischen Blick von außen und ersetzt ihn durch die empowernde, selbstreflexive Perspektive seiner Protagonisten*. „Transgender-Burnout“ nennt Protagonist* Mani Tukano ironisch den Zustand angesichts des gleichermaßen mühseligen wie normativen Fragenkatalogs, der Trans*-Personen vorgelegt wird, wenn sie sich wieder mal erklären sollen. What the fuck! „Ich find mich ja super so“, erzählt Nick Prokesch, ebenfalls einer der Protagonisten*, und lacht. Ein Satz, dem noch viel öfter Gehör zuteilwerden sollte. (Vina Yun, kolik.film)

ftwtf.net, sixpackfilm.com

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