Diagonale
Festival des österreichischen Films
13.–18. März 2018, Graz

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Kalte Probe
Innovatives Kino, AT/DE 2012, Farbe, 87 min., OmeU
Diagonale 2013

Regie: Constanze Ruhm, Christine Lang
Buch: Constanze Ruhm, Christine Lang
Darsteller/innen: Dominic Oley, Franziska Hackl, Elisa Seydel, Judith van der Werff u.a.
Kamera: Dirk Lütter
Schnitt: Christine Lang
Originalton: Valentin Finke
Musik: Antye Greie (aka AGF)
Szenenbild: Maria Schöpe, Laura Nasmyth
Kostüm: Max Wohlkönig
Produzent/innen: Harun Farocki
Produktion: Harun Farocki Filmproduktion
Koproduktion: Balthazar Productions

 

Die Regisseurinnen werden anwesend sein.

Hans stolpert über die Hindernisse des klassischen Dramas und kommt dabei zu Tode, eine in der triadischen Form der Narration überflüssige Person bleibt in ihrer Garderobe eingeschlossen. Davor wachen Lacan und Freud. In einer unkonventionellen Mischung aus Film, Performance und Psychoanalyse überführt Kalte Probe einen Regisseur ins Jenseits. Seine Todesfantasie wird zur selbstreferenziellen Filmerfahrung: Eine Geschichte wird erzählt, indem erzählt wird, wie eine Geschichte erzählt wird.

Katalogtext Diagonale 2013:

Jahre nach der Trennung traf Jean-Luc Godard in einer Talkshow auf seine einstige Geliebte, die Schauspielerin Anna Karina. Die traurige Wiederbegegnung dient Constanze Ruhm und Christine Lang als narrative Inspiration: Von Schauspielerinnen auf der Showbühne zu Tode gebracht durchlebt ein Regisseur seine Todesfantasie bis hin zum Übertritt ins Jenseits. In einer unkonventionellen Mischung aus Film, Performance und Psychoanalyse werden die eigenen filmischen Produktionsbedingungen offengelegt und Dialoge zu dramaturgischen Leseanleitungen. Nicht nur die Handelnden stehen also im Rampenlicht, sondern auch die „Erzählung von der Erzählung“ und das Liebesverhältnis als solches – im Besonderen zwischen Regisseuren und Schauspielerinnen. (red)

Hans, einstmals berühmt und erfolgreich, ist am Tiefpunkt seiner Karriere angelangt. Zu allem Überdruss findet er sich in einer Intrige gefangen, welche von ein paar toten Schauspielerinnen gesponnen wird, die in der Hölle gelandet sind. Sie erfinden für Hans eine Geschichte, die eine schauspielerische Rachefantasie darstellt. Auf diese Weise wollen die Frauen sich bei ihrem ehemaligen Regisseur und Liebhaber revanchieren. Hans gerät so also unwissentlich als Figur in einen Plot, an dessen Ende sein Tod steht (…)

Der Film erzählt die wenigen Sekunden seiner Todesfantasie, die sich über die Gesamtlänge des Films erstreckt. In dieser Fantasie, die eher einem Albtraum gleicht, begegnen ihm alle wichtigen Frauen seines Lebens noch einmal: der Geist seines polnischen Kindermädchens Ewa; seine irre Mutter Irina; und eine Triade von Schauspielerinnen, die alle Anna heißen. Darüber hinaus kommen vor: die Fernsehshow-Moderatorin und Filmproduzentin Josephine LeCaro; ihre Assistentin mit dem Namen „Viens Ici“; die Reinkarnation einer Figur von David Lynch alias Grace Zabriskie; Serge Gainsbourg; Carol, eine berühmte Schauspielerin, die seit über hundert Jahren in ihrer Garderobe eingeschlossen ist; ein sprechender Esel; ein Stuntman, der als Ente verkleidet ist; ein namenloser, unglückseliger Fernsehshow-Kandidat; und schließlich Freud und Lacan. Zuletzt trifft Hans in einem verwilderten Park auf sich selbst als Kind. Am Ende muss er einsehen, dass er nicht mehr zu den Lebenden zählt. (Produktionsnotiz)