Diagonale
Festival des österreichischen Films
19.–24. März 2019, Graz

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Sürü
Spielfilm, TR 1979, Farbe, 122 min., OmeU
Diagonale 2018

Regie: Yılmaz Güney
Buch: Yılmaz Güney
Darsteller/innen: Melike Demirag Tarik Akan Tuncel Kurtiz
Kamera: İzzet Akay
Schnitt: Özdemir Aritan
Musik: Zülfü Livaneli
Produktion: Güney Film

 

Eine Blutfehde zwischen zwei kurdischen Klans treibt zwei Liebende von Ostanatolien ins ferne Ankara. Eine existenzielle Reise nimmt ihren Lauf.
Regisseur Yılmaz Güney saß aufgrund seiner politischen Aktivitäten zwölf Jahre in der Türkei im Gefängnis. Ähnlich wie sein berühmtester Film YOL, ausgezeichnet mit der Goldenen Palme von Cannes 1982, wurde Sürü von Güneys Freund Zeki Ökten nach schriftlichen, aus dem Gefängnis geschmuggelten Aufzeichnungen fertiggestellt. Sürü war der erste große Kinoerfolg für den damals noch jungen Filmladen Filmverleih und läuft in Referenz zum Wettbewerbsbeitrag Die Legende vom hässlichen König von Hüseyin Tabak über Yılmaz Güney.


Der junge Nomade Şivan versucht, sich und seine Frau Berivan aus der ostanatolischen Hirtenkultur zu befreien. Aufgrund der Blutfehde, in die ihre beiden Familien verwickelt sind, entscheiden sie sich dafür, ihre Schafe zu verkaufen und im fernen Ankara ein neues Leben zu beginnen. Während der langen Zugfahrt müssen die beiden zahlreiche Bestechungsgelder in Form von Schafen zahlen, und einige Tiere werden gestohlen oder sterben in den stickigen, überfüllten Waggons. Berivan wird tödlich krank.
(Produktionsnotiz)

Dieser Film des kurdischen, „türkisch assimilierten“ Schauspielers, Autors und Regisseurs Yılmaz Güney, der mit Unterbrechungen zwölf Jahre lang für seine politischen Aktivitäten eingekerkert war, brachte dem Kollektiv Filmladen das Missfallen der österreichischen türkischen Community. Trotzdem kam sie, um sich den in ihrer Heimat verbotenen Film anzusehen. Obwohl alle Filme Güneys auf Türkisch gedreht sind, gibt es immer wieder kurdische Passagen. Bezeichnendes Detail: Nach einer Vorstellung sprach Franz Grafl einen Zuschauer an mit der Bitte, einen dieser Dialoge, der nicht untertitelt war, zu übersetzen: Dieser meinte, das sei keine Sprache, er verstehe sie nicht. Ähnlich wie sein berühmtester Film Yol, ausgezeichnet mit der Goldenen Palme von Cannes 1982, wurde Sürü, 1979, außerhalb des Gefängnisses durch Güneys Freund Zeki Ökten nach schriftlichen, aus dem Gefängnis geschmuggelten Aufzeichnungen fertiggestellt. Verbunden mit der weltweiten Unterstützungsinitiative zur Befreiung Güneys konnte der Filmladen daraufhin 1982 den preisgekrönten Film in Österreich verleihen. Der Film wurde für den Filmladen zum ersten großen Kinoerfolg.
(Katalogtext, Franz Grafl)