Diagonale
Festival des österreichischen Films
13.–18. März 2018, Graz

Maman und das Meer
Spielfilm kurz, DE 2015, Farbe, 10 min., OmdU
Diagonale 2017

Regie: David Wagner
Buch: Roman Toulany
Darsteller/innen: Hadi Khanjanpour, Marzieh Alivirdi, Michael Schertenleib, Farhad Payar
Kamera: Felix Striegel
Schnitt: Anne Fröhlingsdorf
Ton: Siegfried Fischer
Musik: Iva Zabkar
Produzent/innen: Karsten Schmied (Creative Producer)
Produktion: Hamburg Media School

 

Bei Plastiktüten denkt Miros Mutter daran, wie stark sie die Umwelt und das Meer verschmutzen. Miro erkennt deren tödliche Dimension, nutzt sie aber für den Job: Als Auftragskiller behilft man sich u. a. mit Alltagsgegenständen. Eine präzis fotografierte Milieustudie über einen kurzen Akt mit weitreichenden Konsequenzen.

Umweltschutz und Mutterliebe mögen hehre Tugenden sein. Für Miro intensivieren sie den Gewissenskonflikt, den seine beruflichen Anforderungen entstehen lassen: Als Auftragskiller im Milieu der iranischen Community einer größeren Stadt ist er nicht unempfänglich für die Bedenken seiner Mutter, wie stark Plastiktüten die Meere verschmutzen und tödliche Konsequenzen für die gesamte Menschheit nach sich ziehen können. Weil sie ihn also dazu anhält, jedes Sackerl mehrmals zu verwenden, verstaut er darin nicht nur die Orangen, die er ihr vom Markt mitbringen muss, sondern bringt auch Menschenköpfe darin unter. Als Satire könnte man David Wagners prägnante Momentaufnahme eines besonderen Milieus lesen, oder als Moralmelodram, in dem der Böse doch nur alles richtig machen will.
(Katalogtext, az)

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