Diagonale
Festival des österreichischen Films
24.–29. März 2020, Graz

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Gayby Baby
Dokumentarfilm, AU 2015, Farbe, 85 min., eOF
Diagonale 2016

Regie, Buch, Kamera: Maya Newell
Schnitt: Rochelle Oshlack
Originalton: Andy Wright
Musik: Max Lyandvert
Produzent/innen: Charlotte Mars
Produktion: Marla House

 

Gus steht auf Wrestling. Ebony will Popsängerin werden. Graham kämpft mit dem Lesen und Schreiben. Matt zweifelt am Glauben. Vier Kinder, zwischen zehn und zwölf Jahre alt, klug, gewitzt und draufgängerisch. Sie haben einiges gemein. Und gleichgeschlechtliche Eltern. Ob das etwas an ihren Voraussetzungen fürs Leben ändert? Sie berichten.

Es ist so weit, endlich haben sie das Wort, und die Sichtbarkeit gleich dazu: die Gayby-Boomers. Immer mehr Kinder weltweit haben gleichgeschlechtliche Eltern. Wer sind diese Kinder? Und haben sie wirklich andere Voraussetzungen? In der strukturellen, mitunter komplexen Lebensgemeinschaft, die Familie heißt – und die man sich gemeinhin nicht aussucht –, ist jedem/jeder eine relationsbedingte Realität beschieden. Es ist jeweils dieselbe. Dieser Film ist ein wuchtiger Befreiungsschlag aus der vornehmlich von selbsternannten Kundigen, jedenfalls von kollektivem Schmerz geleiteten, vielfach müssigen Debatte rund um die Adoption von Kindern durch lesbische oder schwule Paare. Er ist ein Familienfilm, eine universelle Parabel über die potenzielle und die tatsächliche Leichtigkeit des Daseins – intim, humorvoll und getragen von der schonungslosen Betrachtung durch die Kinder. Heranwachsen ist schwer. Und Erwachsene sind in dieser Zeit zumeist ein Hindernis. Die eigenen Eltern gegen Anfeindungen von außen in Schutz nehmen zu müssen macht es nicht leichter. Es zu tun lohnt in jedem Fall. Ein Film, der jede/n etwas angeht: Er ist ein Hinweis auf das Wesen von Existenz, auf die Verbundenheit in Vielfalt. Ein starker Meilenstein und ein Plädoyer gegen die wohl sinnloseste Politisierung aller Zeiten: die Abwehr nämlich des Zusammenlebens. (Katharina Müller)

Screening in Kooperation mit den FrauenFilmTagen