Diagonale
Festival des österreichischen Films
24.–29. März 2020, Graz

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Chucks
Spielfilm, AT 2015, Farbe, 93 min.
Diagonale 2016

Regie: Sabine Hiebler, Gerhard Ertl
Buch: Sabine Hiebler, Gerhard Ertl, nach gleichnamigem Roman von Cornelia Travnicek
Darsteller/innen: Anna Posch, Markus Subramaniam, Thomas Schubert, Stefanie Reinsperger, Susi Stach, Lola Khittl, David Süss, Karl Fischer, Gerald Votava, Barbara Gassner, Alice Schneider, Paul Matic
Kamera: Wolfgang Thaler
Schnitt: Roland Stöttinger
Originalton: Hjalti Bager-Jonathansson
Musik: Soap&Skin, Hella Comet, Monsterheart, Julian & der Fux, Propella, Chrome, Bilderbuch, Clara Luzia, APPARAT, Matthew Herbert
Sounddesign: Ingo Pusswald
Szenenbild: Nikolai Ritter
Kostüm: Monika Buttinger
Produzent/innen: Danny Krausz, Kurt Stocker, Sabine Hiebler, Gerhard Ertl
Produktion: Dor Film
Koproduktion: Hiebler-Ertl Film

 

Die junge Mae zieht als Punk in den Converse-Schuhen ihres verstorbenen Bruders durch die Strassen Wiens. Sie lebt von Dosenbier, besprayt Wände, versucht sich bei Poetry-Slams. Ein bürgerliches Leben interessiert sie nicht, Grenzerfahrungen schon. Als sie im Aids-Hilfe-Haus eine Strafe abarbeiten muss, lernt sie den schwer kranken Paul kennen – und verliebt sich in ihn. Eine federleichte Geschichte vom Aufwachsen zwischen Liebe und Tod, voll Humor, mal aufwieglerisch laut, dann wieder überaus zärtlich. (Produktionsnotiz)

Leichtigkeit zu erreichen zählt zu den schwierigsten Kniffen beim Erzählen, und über das Erwachsenwerden zu sprechen geschieht oft in Retrospektive. In Sabine Hieblers und Gerhard Ertls neuem Film, der Adaption von Cornelia Travniceks „Chucks“, verbinden sich verschiedene Erfahrungshorizonte: Während Travnicek ihren Roman härter konturiert, kommt Mae bei Hiebler und Ertl als Verlorene ins Bild, die weder mit sich noch mit ihrer Umwelt konfliktfrei umzugehen weiß. Als sie Paul kennenlernt, ermöglicht ihr diese Beziehung auch eine Annäherung an ihre eigene Mutter. Die Handkamera bleibt stets nah an den Personen, fordert dabei aber nie Indiskretes und kann so zwanglose Intimität schaffen. Durch Maes Perspektive blickt man zudem auf ein Wien, wie man es im Kino nicht sehr oft sieht: Zärtlich und tröstlich scheint es hier.
(Katalogtext, az)

chucks-derfilm.at, dor-film.at, stadtkinowien.at

Das Regieduo Sabine Hiebler und Gerhard Ertl erzählt eine tieftraurige und doch optimistische Geschichte eines jungen Lebens zwischen Kindheit, Teenager-Alter und Erwachsenwerden. Unter besonderer Berücksichtigung von Lebensgefühlen wie Verlust, Auflehnung, Sinnsuche und Lebenslust.
(Kleine Zeitung)

Als wir „Chucks“ von Cornelia Travnicek zum ersten Mal gelesen haben, war es für uns erstaunlich, wie viele Parallelen dieser Roman zu unserem Film Anfang 80 aufweist. Auch in Chucks geht es um Liebe und Tod – eine Themenkombination, zu der wir einfach nicht Nein sagen können – und um die damit verbundenen überwältigenden Gefühle. Beide Filme sind Liebesdramen, in denen die Figuren an ihren Aufgaben wachsen: Die Protagonistin eckt dabei an der Gesellschaft, an Konventionen und an Institutionen an, um „ihren“ Weg zu gehen. Beide sind Liebesgeschichten an den Rändern des Erwachsenenlebens, nur dass Chucks am entgegengesetzten Ende der Altersskala angesiedelt ist. Es hat uns gereizt, ähnliche Themen aus dieser anderen, jungen Perspektive heraus zu erzählen.
(Sabine Hiebler, Gerhard Ertl)