Diagonale
Festival des österreichischen Films
28. März–2. April 2017, Graz

 

Diagonale Film Meeting
29. und 30. März 2017
Hotel Wiesler

Projektsponsoren:
Fernsehfonds Austria
FISA – Filmstandort Austria

Mit Unterstützung von:
Creative Europe Desk Austria – MEDIA

Das Diagonale Film Meeting ist von ecoversum als Green Meeting zertifiziert.

Reisen Sie umweltschonend – mit den ÖBB oder mit Fahrgemeinschaften. Unterstützen Sie die klimafreundlichen Projekte www.atmosfair.de oder de.myclimate.org und kompensieren Sie so die CO2-Emissionen Ihrer Flugreise.
In Graz bieten wir Leihräder um € 7 / Tag; € 30 / Woche; € 13 / Zwei-Tagespauschale

Fahren Sie gratis mit der Straßenbahn durch die Grazer Altstadt: zwischen Jakominiplatz und Hauptplatz plus eine Station in beide Richtungen, z.B. vom Festivalzentrum Kunsthaus Graz bis zum KIZ RoyalKino oder zum Rechbauerkino.

Wen interessiert’s?

Film Meeting (2016), Foto: Diagonale/Alexi Pelekanos

Film Meeting (2016), Foto: Diagonale/Alexi Pelekanos

Wen interessiert’s? Popularität und Potenzial des österreichischen Films im Inland
Diagonale Film Meeting – zur Programmübersicht

Anmeldung bis Montag, 27. März 2017 mit dem Betreff „Anmeldung Diagonale Film Meeting“ an gaeste(at)diagonale.at. Bitte beachten Sie, dass die Anzahl der Teilnehmer/innen aufgrund der räumlichen Gegebenheiten begrenzt ist.

 

Programm Mittwoch, 29. März 2017

 

09.00 Uhr Anmeldung
09.30 Uhr Begrüßung

 

09.45 Uhr

Eingangsstatements

von Thomas Drozda (Bundesminister für Kunst und Kultur, Verfassung und Medien) zu seiner Vision für den österreichischen Film und von Roland Teichmann (Direktor Österreichisches Filminstitut) zum Status Quo und zur Marktrealität.

 

10 Uhr

Begrüßungsvideo: KinogeherInnen – Teil I

Inputs und Diskussion

 

Welche Geschichten? Für welches Publikum?

Die Frage, welche und wie viele Filme die österreichische Filmbranche auf den Markt und in den Kulturkalender bringen soll, wird auf einem umkämpften Terrain diskutiert. Die einen wünschen sich mehr Fokus auf ein publikumsgerichtetes Kino. Auch nach mehr Genrekino wird immer lauter verlangt, dessen angebliche Vernachlässigung in den letzten Jahrzehnten und ihre Folgen als „kulturpolitisch schwierig“ (Stefan Ruzowitzky im Ö1-Interview) beschrieben. Von der großen Filmförderung des ÖFI fühlen sich jene Filmschaffenden unbemerkt, die oft nur in der kleinen bzw. innovativen Filmförderung des BKA Verständnis und ein Zuhause finden und ihre Legitimation vor allem auf Filmfestivals suchen (aber natürlich mit ihren Filmen immer auch ins Kino wollen). Und im Hintergrund tobt der Kampf um die Verteilung der Fördergelder und um die Deutungshoheit, welche die wirksamen Entscheidungs-, Produktions- und Verwertungswege sind.

Doch die Diskussion um den „künstlerisch wertvollen“ und/oder publikumsgerechten Film muss nicht wie so oft in einer Frontenbildung enden: Nicht Kunst gegen Kommerz, sondern Kunst als Basis für einen möglichen (auch wirtschaftlichen) Erfolg. Welches andere Filmland kann innerhalb eines Jahres eine ganze Bandbreite von Filmen wie Die Geträumten (Ruth Beckermann), Mister Universo (Tizza Covi, Rainer Frimmel), Die Liebhaberin (Lukas Valenta Rinner), WAS HAT UNS BLOSS SO RUINIERT (Marie Kreutzer), WILDE MAUS (Josef Hader) oder UNTITLED (Michael Glawogger und Monika Willi) für sich beanspruchen? Und lässt sich darauf aufbauen?

Nach jeweils fünfminütigen Inputs von

Wilbirg Brainin-Donnenberg (Leiterin drehbuchFORUM Wien)
Helmut Grasser (Geschäftsführer Allegro Film und Präsident des Produzentenverbandes Film Austria)
Markus Keuschnigg (Leiter /slash Filmfestival)
Veronika Franz (Autorin und Regisseurin, Vorstand Verband Filmregie Österreich)
Kathrin Zechner (ORF Fernsehdirektorin)
Barbara Fränzen (Leiterin Filmabteilung Bundeskanzleramt Österreich)

findet eine einstündige Diskussion statt, moderiert von Arash T. Riahi (Autor, Regisseur, Produzent) und Thomas Trenkler (Kulturredakteur, Kurier).

 

12.15 Uhr

Seitenblicke

 

Seitenblick zur Schweiz: Geteiltes Leid?

Die österreichische und die Schweizer Filmwirtschaft verbindet das Leid eines niedrigen nationalen Marktanteils (2015: 5,4%), der auch innerhalb der dortigen Branche Dauerthema ist. Zudem sieht sich unser Nachbarland gleichermaßen mit der Herausforderung konfrontiert, dass es seinen Sprachraum mit anderen Ländern teilt. Deutsche (und in der Schweiz auch französische und italienische) Filme nehmen den gleichsprachigen Filmen schweizerischer Herkunft womöglich Kinoplätze und Publikumsinteresse weg. Welche Strategien hat sich die Schweizer Filmbranche zugelegt, um das heimische Kino dem eigenen Publikum schmackhafter zu machen? Gibt es Erfahrungen, die interessant für die Branchenkolleg/innen in Österreich sein könnten?
Seraina Rohrer, Festivalleiterin der Solothurner Filmtage und langjährige Beobachterin der Szene, berichtet über die Um- und Zustände in der Schweiz.

 

Seitenblick zur Ö-Musik: Wie habt ihr das geschafft?

„Das Wieder-wer-Sein überstrahlt derzeit alles in Österreich“, schrieb Robert Rotifer vor einem Jahr in einer Kolumne. Nur meinte er damit nicht den österreichischen Film, sondern dessen künstlerische Nachbarin: die Musik. Wanda und Bilderbuch sind da nur die stadthallenfüllende Spitze eines Eisbergs, der sich über Jahre mit Acts wie Elektro Guzzi, Gustav und Schmieds Puls – und vermutlich auch mit langatmiger öffentlich-rechtlicher Stütze (FM4) – aufgetürmt hat.
Hannes Tschürtz, Entdecker und Förderer von Bilderbuch, und Ilias Dahimène, Entdecker und Förderer von Wanda, erzählen, warum die Ö-Musik trotz fehlender nachhaltiger Strukturen (die mit denen der Filmbranche in den 1980er-Jahren vergleichbar sind) heute in aller Munde ist, was das mit Kreativität und Freiheit zu tun hat – und was die Kolleginnen und Kollegen des Films von der Musikszene vielleicht lernen können.

 

13.30 Uhr Mittagspause

 

15 Uhr

Begrüßungsvideo: KinogeherInnen – Teil II

Inputs und Diskussion

 

Demnächst (nur) im Kino!

Kinos sind jene Orte, wo derzeit noch die gewünschte – und am stärksten geförderte – Begegnung mit einem Film stattfindet. Sie sind der verlängerte Arm der Filmverleihe, die im Jahr über 400 Filme, davon rund 50 österreichische, ins Kino bringen. Aber die Kinos sind schon lange mehr als nur Orte für Kinostarts: Sie machen selbst Programm, veranstalten Filmreihen, beherbergen Festivals und Filmveranstaltungen und definieren als institutionelle Marke die Filmkultur eines Bezirks oder einer Stadt. Seit der Digitalisierung sind sie eine noch beliebtere Anlaufstelle für externe Filmanliegen. Die Kinos sind Filter und Multiplikatoren, wenn der österreichische Film auf sein Publikum trifft. Sind sie ein Schlüssel zum Erfolg?

Nach jeweils fünfminütigen Inputs von

Wolfgang Steininger (Geschäftsführer Moviemento und City-Kino, Linz)
Michael Stejskal (Geschäftsführer Filmladen und Luna Filmverleih sowie Votivkino, De France und Cine Center, Wien)
Katharina Mückstein (Autorin, Regisseurin und Produzentin / La Banda Film)
Boris Schuld (Ko-Leiter YOUKI, Mitarbeiter Medien Kultur Haus, Wels)
Norman Shetler (Geschäftsführer Gartenbaukino, Wien)

findet eine einstündige Diskussion statt, moderiert von Katja Jäger (Cinema Next – Junges Kino aus Österreich) und Kerstin Parth (Kino im Kesselhaus Krems, Filmakademie Wien).

 

17 Uhr

Präsentationen

 

Alternativen: Muss alles ins Kino?

Kinostart oder Kaffeehaus? Ines Kratzmüller berichtet über Verleih-Alternativen und die Verwertungsstrategie von Paradies! Paradies! von Kurdwin Ayub.

 

Weitblick: Die Zukunft des Kinos

Wie soll das Kino von morgen aussehen? Dazu gibt es Ansätze, die sich an den neuen digitalen Rahmenbedingungen Schritt für Schritt orientieren – siehe Österreich. Es gibt aber auch Ansätze, die einen radikaleren Shift fordern. Und dieser meint nicht nur die Umstellung auf eine digitale Aufnahme- und Vorführtechnik, sondern gänzlich neue Strategien für die Herstellung, Verbreitung und Erfahrung von Film und Kino. „Simply optimizing the quality of the image, sound, or facilities won’t be enough to answer the emerging needs of the digital revolution“, schreiben die Gründer des 2016 in Berlin gegründeten Innovation Studio Cinemathon. Und weiter: „It demands the profound renewal of the value chain, questioning existing business models and reimagining the whole experience.”
Gemeinsam mit dem International Film Festival Rotterdam, dem European Film Market der Berlinale und dem International Documentary Festival CPH:DOX in Kopenhagen hat Cinemathon den Propellor Film Tech Hub ins Leben gerufen, der 2017 bereits erste Veranstaltungen organisiert hat.
Erwin M. Schmidt wird die neuen Initiativen, ihre Visionen und ersten Ergebnisse auf der Diagonale präsentieren.

 

18 Uhr Ende